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Donnerstag, 26. Dezember 2019

Beste Aussichten auf die Berge

Ask yourself now

Where would you be without
Days like this
When you finally collide
With the moment you can’t forget

Amaryllis - Shinedown


An unserem letzten Abend in Chitwan crashten wir aus Versehen eine Geburtstagsparty, denn der Junge, der als zweiter Guide zu unserem Ausflug mitgekommen war, ist 17 geworden und das wurde von allen Angestellten im Hotel gefeiert. Er war übrigens der Typ, der in dem Gras-Bild vom letzten Blog so hoch motiviert guckt. :P
Wir wollten eigentlich nur zu Abend essen, bekamen aber dann etwas von deren Essen (Hühnercurry mit vielen Knochen - Insa bekam Omelette) und verdünnten Reiswein eingeschenkt. Schmeckte mit Saft sehr lecker. Und so blieben wir. 
Eine Gitarre wurde raus geholt, danach wurde Musik über mein Handy abgespielt. Wir sangen und irgendwann tanzten wir. Konversationen waren schwierig, aber alle versuchten sie ein wenig Englisch zu sprechen. Nach und nach gingen die Nepalis jedoch, weil sie - glaub ich - lieber unter sich in Nepali reden wollten und so waren Insa und ich irgendwann alleine und tanzten zu unserer Playlist. :D So kann man sich auch verabschieden. 

Tschüß wunderbares Chitwan. 
Tschüß Nationalpark. 

Von Chitwan aus fuhren wir nur 25km zurück in die nächst größere Stadt, die Narayangardh geschrieben, aber in etwa "Na-ran-gar" ausgesprochen wird. Wir waren am Tag zuvor ordentlich ausgelacht worden, als wir versucht hatten denen klar zu machen wo wir hinwollten.

Narayangardh hatte nicht wirklich irgendwas spannendes zu bieten, außer Hotels und Guest Houses, was der Grund für unseren zweitägigen Aufenthalt dort war. Unser Guest House fanden wir allerdings nur, weil wir unseren TukTuk Fahrer dort anrufen ließen. Das Haus hatte absolut kein Schild aushängen, an dem der Name gestanden hätte. Nicht mal auf Nepali. Kann man halt machen. Wenn dann auch noch die Lage auf der Karte ungenau ist,...


Naja, wir fuhren dann ins benachbarte Devghat, das keine Hotels hat. Dafür aber viele Tempel und zwei heilige Flüsse zwischen denen es liegt. Es war schöner Sonnenschein, während wir die Tempel, das Dorf und den Fluss erkundeten. Wir ließen uns für ein paar Cent mit dem Gummiboot auf die andere Seite schiffen, zurück ging es über eine lange Hängebrücke.


Es war nett dort. Viele alte Menschen lassen sich in diesem Dorf nieder, um dort ihren Lebensabend zu verbringen. "Sie kommen zum Sterben dorthin" klingt vielleicht ein bisschen drastisch. Naja, ihr wisst was ich meine. Wir sahen ein paar Gläubige? Mönche? Auf jeden Fall Hindus in bunten Klamotten und Dreadlocks und ich muss zugeben, dass das echt nicht sehr sexy aussieht. :D An alle Männer, die das hier lesen: Wer auch immer euch sagt, dass Dreadlocks an euch gut aussehen könnten - glaubt ihnen nicht. Danke.

So, da ich mir das nun von der Seele geredet habe, kann es weiter gehen. ;)

Auf diesem Bild versteckt sich ein Affe. :)


Narayangardh war nur ein kleiner Zwischenstopp gewesen, dafür ein sehr interessanter. Mit quasi keinen westlichen Touristen dort, zahlten wir nämlich auch nur lokale Preise und kamen ziemlich billig dabei weg. Besonders bei den Busfahrten.


Unser nächstes Ziel war Gorkha, wo wir uns für drei Nächte in einem wirklich schönen (und billigen) Hotel einquartierten.
Zu Gorkha muss man wissen, dass Nepal und Gorkha einmal ein Synonym waren. Die Umbenennung von Gorkha zu Nepal ist erst im 20. Jahrhundert passiert. 
Diese Region war einmal das Herz des Königreiches gewesen und von dort wurden immer mehr Provinzen eingenommen, bis Nepal Nepal wurde. Irgendwann wurde die Hauptstadt nach Kathmandu versetzt, aber Gorkha und besonders die Menschen, die sich auch heute noch als Gorkha bezeichnen, sind sehr stolz auf ihre Geschichte. Als furchtlose Kämpfer bekannt, kämpften sie in erster Reihe im Weltkrieg unter englischer Flagge. In Bhaktapur sahen wir an einem Geschäft, das Gorkha-Messer verkaufte, einen Zeitungsartikel "Gorkha tötet alleine 30 Taliban" (plus Auflistung der Waffen, Munition und wieviele Handgranaten er geworfen hat...). Trauriger Weise ist der Wikipedia-Artikel zu den Gurkha (Einheiten der indischen und britischen Armee) sehr viel länger als die Artikel zu Gorkha oder Nepal selbst. Traurige Welt. 

Endlich wieder Berge gesehen! Und Weihnachtsmützen in einem kleinen Geschäft in Gorkha gefunden. Yay! 

Gorkha liegt zwischen Pokhara und Kathmandu auf etwa 1.100m Höhe in schöner hügeliger Landschaft mit einem tollen Blick auf die Manaslu-Bergkette. Der Manaslu ist um weniger Meter kleiner als der Dhaulagiri und somit der 8. höchste Berg der Welt. 
Ich gönnte mir am Nachmittag schon einen ersten kleinen Blick auf die Umgebung, nachdem der Nebel vom Mittag sich verzogen hatte.

Am nächsten Tag erkundeten wir dann die Burg (alter Königspalast) oberhalb der Stadt mit den tollsten Ausblicken, die man sich vorstellen kann. Tempel auf der alten Burganlage zwangen einen teilweise barfuß zu laufen und so ließen wir die Schuhe gleich aus. Die Sonne erwärmte die Luft auf über 25°, die Steine waren jedoch noch kühl von der Nacht.
Affen bewohnten die Burg und einer versuchte mir ein Stück süßen Reiskuchen zu klauen, den mir ein Mönch dort gegeben hatte. Ich sage Kuchen, aber das Teil war steinhart. Ich aß es trotzdem auf - wichtig: nur mit der rechten Hand anfassen - könnte ja heilig oder so gewesen sein.


Wir blieben lange dort oben in der warmen Sonne auf einer Bergkuppe schwimmend in einem Nebelmeer. Palmen vor weißen Bergen. Terrassenförmige Felder und kleine Bergdörfer. Kleine Sehnsucht nach den Bergen und Wanderungen.


Nach dem Mittagessen gönnten wir uns noch etwas Kultur und gingen ins Museum, das in einem schönen Garten lag.


Leider hatten wir am nächsten Tag kein schönes Wetter mehr, die Wolken lagen bis zum Abend in der Stadt und so machten wir nicht wirklich was. Abends saßen wir noch mit unserem Gastgeber undein paar anderen Leuten um eine große Feuerschale auf der Dachterrasse herum. Sehr weihnachtlich. Wir hatten unsere Weihnachtsmützen auf und machten ein bisschen Musik an.

With a thousand memories
I take look at the driver next to me
He's just the same
He's driving home, driving home

Driving home for Christmas - Chris Rea

So eingestimmt ging es zurück nach Pokhara, wo wir die Tage bis Weihnachten verbringen würden. Wir haben nachgezählt.. Am Ende werden wir insgesamt ungefähr einen Monat in dieser Stadt gewesen sein. Upsi. Das war so nicht geplant gewesen. :D
Da wir aber keine Freunde mehr hier hatten, nutzten wir die Zeit endlich mal, um was zu unternehmen.

Spätes Frühstück und dann eine Runde Autoscooter im Disneyland. Die Sonne schien warm und so schlug Insa einen kleinen Spaziergang vor. Vielleicht ein bisschen am See entlang. Gesagt getan. Wir verliefen uns in ein paar Feldern am See, weil wir nicht an der Straße laufen wollten - nasse Schuhe beim Hopsen über Bäche (gut, dass meine wasserfest sind) und ein böse schnaubender Büffel (gruselig). Dann kamen wir durch ein süßes Dorf, das sich "Happy Village" nannte.


Aus irgendeinem Grund drehten wir nie um und so ging es immer weiter am See entlang. Gegenüber von Pokhara war eine flache Marschlandschaft mit vielen Feldern, auf denen gerade das Stroh gebündelt wurde. Ein Pfad verband beide Seiten des Tals und führte durch diese Feldlandschaft. Eine Gruppe kochte in riesigen Töpfen, daneben lief laute Musik und Menschen tanzten. Dann Büffel und die Haufen von Stroh. Zusammengetragen, dann wurde es paketweise auf die Rücken geschnallt und zu den Dörfern getragen.

Die Büschel, die da laufen, sind Menschen


Die Berge im Hintergrund und der See auf der anderen Seite vervollständigten die Szenerie.


Auf der anderen Seeseite war Wald, kühler Schatten und Berge. Es ging hoch und runter und wir trafen nur vier Menschen auf dem etwa dreistündigen Weg. Die Aussichten auf den See wurden immer besser. Irgendwann landeten wir an einem Aussichtspunkt kurz vor der Peace Pagode mit Sicht auf diese, den See und Pokhara dahinter. Irgendjemand hatte den Aussichtspunkt "probably the most beautiful viewpoint in the world" genannt. Naja. ^^


Wäre es in den Bergen nicht so diesig / wolkig gewesen, hätte man im Hintergrund jedoch auch noch die schneebedeckten Annapurnaberge sehen können. Dann hätte ich vielleicht zugestimmt. Mein Lieblingsberg, den Machhapuchre (oder "Fishtail") konnten wir so natürlich auch nicht sehen.

Da die Sonne sich langsam dem Horizont näherte und wir auch schon knapp 23km gelaufen waren, beschlossen wir bei der Peace Pagode hinunter zum See zu laufen und uns zur Lakeside zurück rudern zu lassen. Zu Fuß wären wir im Dunkeln in Pokhara angekommen.
Die beste Pizza bei Godfather's hatten wir uns nach dem Tag und dem ausgefallenen Mittagessen wirklich verdient.


Am nächsten Tag liehen wir uns einen Roller - Diggy - aus, um die Umgebung von Pokhara zu erkunden.
Ich fuhr als erstes, Insa hinten drauf. War auch alles ziemlich entspannt bis wir von der Hauptstraße abfuhren, um zu einem Viewpoint zu gelangen. Die "Straße" wurde immer schlechter und steiler, man musste um große Steine und Löcher herum manövrieren und ähm ja, da das meine erste Fahrt mit Gewicht hinten drauf war, stellte ich mich auch nicht wahnsinnig geschickt an. Aber wir bauten keinen Unfall und als Insa fuhr, war sie auch nur ein bisschen besser. Einmal schafften wir es das Vorderrad abheben zu lassen. An anderen Stellen musste der hinten drauf sitzende absteigen, weil der Motor die Steigung nicht schaffte und durch den plötzlichen Matsch fuhr man auch besser alleine. 
Irgendwann ließen wir den guten Diggy stehen und gingen zu Fuß weiter. Waren ja nur noch etwa 500 Höhenmeter. Pff. Die Aussicht war dann immerhin wirklich schön und ich war überrascht wie groß Pokhara war. Die Stadt erstreckte sich in alle Richtungen im Tal um die Berge herum. Vor 30 Jahren hatte Pokhara wohl nur wenige 1000 Einwohner gehabt, es ist verrückt wie schnell sich hier alles verändert. Und immer noch wird überall gebaut. 


Unser nächstes Ziel war das 25km entfernte Begnas Tal mit wunderschönem See, um den wir durch die Hügel herum cruisten. Wir waren halt die coolsten. Äh, und so. 


Uns war der Nachtisch "Hello 2 Hakunamatata" empfohlen worden und so fuhren wir zu dem Restaurant am See und aßen dort. Und was soll ich sagen? Das Teil war ein Traum! Und so groß, dass wir froh waren uns eins zu teilen. Eine Variante des indischen Hello to the Queen. Das werde ich da ganz sicher mal probieren! Mmhhhh! 


Und so vergingen die Tage... Leckeres Essen und unser geliebtes Pokhara. Weihnachten stand vor der Tür. :) 



Freitag, 20. September 2019

Allein ins Abenteuer ;)

If I'm honest, I'm not afraid to die
Not afraid to live, not afraid to try
If I'm honest, you couldn't change my mind
Couldn't break me down, so don't waste your time
If I'm honest, I'll, I'll be alright

  - All That Remains


Alleine unterwegs sein ist die ultimative Freiheit. Gefällt mir gar nicht mal schlecht! Aber freue mich auch wieder auf den Quatsch mit Insa. <3

---

Direkt nachdem Britta sich auf den Weg zum Flughafen gemacht hatte, ging ich zu ein paar Reisebüros, um nach Verbindungen nach Koh Chang zu fragen. Was ich nicht bedacht hatte: Es ist immer noch Nebensaison und von den vielen Verbindungen, die es im Internet gab, fuhr nur noch ein Bus. Und zwar um halb 8, also war ich etwa 'ne Stunde zu spät. Hups, das fing ja schon mal gut an. Also verlängerte ich um eine Nacht in Bangkok, benutzte ausgiebig den Pool (damit sich das teure Zimmer auch lohnte) und holte die letzten Tage Tagebuch nach. 
Als ich abends noch mal einen Snack-Einkauf machte und dafür über die Khao San Road musste, die völlig am abdrehen war, schaffte ich es nur einmal angesprochen zu werden. Offensichtlich sah ich gerade nicht nach Cocktails aus. Der Typ, der mich ansprach, verkaufte... Männeranzüge. Ernsthaft? Genau das brauchte ich in dem Moment unglaublich dringend und daher ging ich mit. Nicht. 


Koh Chang kommt näher :) 


Am nächsten Morgen war ich dann pünktlich beim Reisebüro und starrte etwas verwirrt auf die verriegelte Tür. Plötzlich sprach mich von hinten ein Mann an, wollte mein Ticket sehen und meinte ich solle hinter ihm auf den Roller steigen. Nagut. Machte ich also und wurde ein paar Minuten später bei einem Bus abgesetzt. 
Nun klappte alles ganz gut. Ich verpasste auch nur fast meinen Ausstieg nach Koh Chang, weil da wohl nur 2 hinwollten und ein Pick-up uns zur Fähre fuhr, aber eben nur fast. Rob, ein Australier, der eigentlich in Frankreich arbeiten wollte, reist jetzt durch Asien, weil die Regierung sein Visum abgelehnt hat und man ihm das erst am Flughafen gesagt hatte. Sein Arbeitgeber hatte auch nicht Bescheid bekommen. Tolle Politik, Frankreich.. *Augen verdreh*
Er meinte dann, dass es wie ein Anfang eines Horrorfilmes sei und irgendwie hatte er Recht: eine rostige alte Fähre, eine wolkenverhangene düstere Insel, zwei Backpacker und die Info, dass der Strom auf der ganzen Insel ausgefallen ist und man auch nicht bis in unseren Ort kommen könnte, weil eine Brücke nicht befahrbar sei. Die Regenfälle der letzten Tage hatten ganze Arbeit geleistet.. 




Das schlimmste erwartend kamen wir auf Koh Chang an. Die ersten 20m durften wir erst einmal durch einen Fluss laufen, der normalerweise nicht dort lang fließt (theoretisch war es eine Straße). Dann fuhr uns das Inselsammeltaxi hoch. Wir kamen in einen mega Stau vor der Brücke, weil die wohl vor ein paar Minuten wieder einspurig geöffnet worden war und erstmal die Gegenseite durch durfte. Aber immerhin kam man wieder durch und wir erreichten unser Ziel: Lonely Beach.




War dann gar nicht so lonely da und ich erkundete in der Nachmittagssonne noch die beiden Strände in der Nähe der Unterkunft. Die waren allerdings lonely, denn ich war absolut alleine dort. Schaukeln über der Brandung und erkunden eines kleinen Mangrovenwäldchens. Dann schaute ich den Wellen beim Brechen gegen die zerklüfteten Felsen zu. Die Sonne sank langsam. Ich hätte mir dort gerne den Sonnuntergang richtig angesehen, aber ich musste noch über eine düstere Straße, bevölkert von Affen und unsicher durch einen Erdrutsch zurück und wollte es nicht drauf ankommen lassen. ;)





In der Nacht ging der Strom plötzlich wieder an (mit einer lauten Sirene - Jo moin) und dann fing es an zu schütten und hörte einfach nicht mehr auf. Ich dachte schon, dass ich den ganzen Tag im Bett liegen würde, aber dann wurde es langsam weniger und ich konnte gegen 11 meinen ersten Roller ever ausleihen. Ich war ein bisschen aufgeregt. Hihi. Den netten Ausleihdamen hatte ich auch gesagt, dass es quasi mein erstes Mal war und sie waren seeeeehr besorgt. Ich fuhr dann kurz einmal die Straße hoch und runter zur Probe und entschied, dass ich es schaffen könnte. Meine Hände zitterten aber trotzdem als ich das Formular unterschrieb. :D

Und dann fuhr ich los. Die Insel ist perfekt zum Rollerfahren, es gibt nur eine Straße, also muss man nicht navigieren und es geht viel hoch und runter und in steilen Kurven den Berg hinauf mit tollen Aussichten auf das Meer. Ein paar Affen spielen an der Straße, der Wald ist grün und angenehm kühl.
Ich hatte vor zu ein paar Stränden und Wasserfällen zu fahren, aber dann fuhr ich einfach. Am Anfang noch ziemlich langsam, erst einmal an das ungewohnte Gasgeben mit der Hand gewöhnen und dann wurde ich sicherer und der Spaß kam. Mit einem fetten Grinsen im Gesicht versuchte ich mich ein bisschen in die Kurve zu legen und an einer geraden Strecke beschleunigte ich auf 70km/h. Sooooo viel Spaß! Ich hielt nur einmal an, den Rest der Zeit fuhr ich einfach. Wer braucht schon Strände und Wasserfälle? :D




Irgendwann drehte ich an einem Wasserfall auf der anderen Seite der Insel um. Der war gesperrt wegen "danger", also fuhr ich zurück. Meine Hand brummte langsam. :D Also kaufte ich Snacks ein und wollte ein kleines Picknick am Strand machen. Aber der Strand war... nicht schön. Könnte man sagen. Äste und Müll lagen quasi aufgetürmt dort, die Regenbäche von den Bergen hatten alles ans Meer und somit auf den Strand geschwemmt. Es sah schlimm aus. Eine kleine Gruppe lud die Äste auf Schubkarren und transportierte diese weg, aber es war sehr viel zu tun.
An einem kleineren Strand setzte ich mich dann ungestört unter ein paar kleine Palmen (ohne Kokosnüsse, sicher ist sicher) und aß meine Donuts. <3 Wollte dann etwas Lesen und wieder los fahren, aber bemerkte nach ein paar Minuten zwei Leute, die dort am Strand den Müll aufsammelten. Also bot ich meine Hilfe an und verbrachte die nächsten 3 Stunden Müll sammelnd und immer dreckiger werdend am Strand. Wir schafften vielleicht 10m von dem 100m Strandabschnitt. Traurig, die brauchen großes Gerät oder sehr viele Helfer, um das wieder sauber zu bekommen..

Die Dusche abends hatte ich mir verdient und dann wollte ich am nächsten Tag schon wieder runter von der Insel.


Auf diesem Strandabschnitt war quasi nur Holz, bei uns sah das so ähnlich mit Müll aus.. 

Mein Scooter mit schöner Aussicht :) 



Hatte bei der Rezeption schon einen Tag vorher Bescheid gesagt, wann meine Fähre ging und die meinten das Shared Taxi ne halbe Stunde vorher würde reichen. Mir kam das komisch vor, weil ich dachte, dass der Weg länger wäre, aber die werden das ja schon wissen. Tja, offensichtlich nicht. Ich verpasste die Fähre um locker ne halbe Stunde. Wundervoll. Wenigstens war mein Ticket für alle Fähren gültig und so nahm ich halt die nächste. Problem war nur, ich hätte die frühere Fähre nehmen sollen, weil danach der einzige Bus nach Bangkok fuhr. Hupsi. Ich kam also auf dem Festland an und ging in das Büro, wo ich die Fahrt vor ein paar Tagen gebucht hatte. 
Plötzlich höchste Betriebsamkeit. Der Bus, der schon losgefahren war, wurde angehalten und ich schnell hingefahren. DAS nenne ich mal einen guten Service! ;)




Da nicht viel spannendes passierte, außer dass ich in Bangkok herum rannte und versuchte eine Bank zu finden, die meine Traveler Cheques direkt in USD umwandelte, springe ich mal einen Tag weiter.
Ich war nun wieder in Lop Buri, das mir super gut gefallen hatte und habe dort 3 Nächte gebucht. Noch mal entspannen bevor es nach Nepal geht. :)
Es war auch Donnerstag, also konnte ich wieder eine Quiznight mitnehmen. Unser Team "Schnitzel", weil noch mit zwei Österreichern, war immerhin nicht am schlechtesten. :D Leider konnten wir die Skytrain Stationen in Bangkok nicht ganz in der richtigen Reihenfolge sortieren.. Freaks. :D

Mit ein paar von den Englischlehrern dort zogen wir dann gegen Mitternacht noch in einen nahen Thai-Club weiter, was super witzig war. Es gab Livemusik und die spielten so eine Art Countrymusik. Ich hatte ständig das Bedürfnis mitzusingen, konnte das aber leider nicht, weil ich leider kein Thai kann. ;)
Wir tanzten und quatschten und blieben bis der Club schloss. Eine verrückte Nacht. Ein netter (ok und auch ein bisschen irre) Ire begleitete mich noch zurück zum Guesthouse und unterhielt mich mit seinen Thai-Knastgeschichten. Gangtatoos und so. Scherz, er hat nur nen Elefanten auf den Rippen und muss nun Polizisten Englisch beibringen, die ihn alle lieben.

Gut, dass ich für den nächsten Tag nichts geplant hatte, denn natürlich kam ich nicht früh ins Bett. Also machte ich auch einfach nix. Läuft bei mir. :D

Dafür war ich einmal in der Hitze hier Joggen. Habe einfach 3 Stunden lang geschwitzt und davon war ich nur eine halbe Stunde Laufen.
Egal, Wäsche wird noch mal gewaschen, damit wir Nepal quasi direkt loslegen können. Freue mich schon mega!

Samstag, 31. August 2019

Einmal jedes Verkehrsmittel bitte, danke



#wennesnichtaufInstagramgepostetwurdeistesdannüberhauptpassiert? :D


Wir kamen erstaunlich gut durch in unserem Nachtbus von Bagan und waren schon vor 7 am Busbahnhof in Yangon. Dort mussten wir dann "nur noch" den Bus weiter nach Bago finden. Mittlerweile wussten wir auch, wie man das Wort betonte (auf dem o), so dass wir wohl nicht versehentlich zurück nach Bagan fahren würden. ;) Allerdings ist der Busbahnhof in Yangon eine eigene Stadt mit eigenen verrückten Regeln, die wir leider gar nicht kannten. Da alles in burmesischer Schrift geschrieben war, mussten wir uns durchfragen. Taxifahrer wollten uns für 20 Dollar direkt nach Bago bringen und behaupteten es gäbe gar keinen Bus, aber das ignorieren wir. Es kristallisierte sich eine Richtung heraus, in die wir gingen und irgendwann fanden wir ein kleines Büro, das uns Tickets nach Bago verkaufte. Für etwa 2 Dollar pro Person. Um 8 ging es los, also noch etwas warten, aber sie hatten immerhin ein Klo. Das hatte allerdings schon bessere Zeiten gesehen. Und ich meine damit für asiatische Verhältnisse, es war also eine kleine Hölle. Aber egal, man will dort ja nicht Stunden verbringen. ;)

Die Busfahrt wurde ganz lustig in einem alten Bus, der auf den Sitzen mehr Fracht als Passagiere hatte. Ich glaube wir waren zu 5. Wir nannten ihn liebevoll Postbus.
Und da dieser irgendwo vor dem Zentrum von Bago einen Teil seiner Fracht loswerden musste, hüpfen wir schnell mit raus, denn wir hatten zufällig fast direkt vor unserem Hotel gehalten. :) 




Die Menschen in unserem Hotel waren die süßesten überhaupt! Die wollten uns ein anderes Zimmer geben, weil wir sonst 10 Minuten warten müssten (danach könnten wir in unser Zimmer umziehen). Wir warteten natürlich und bekamen erstmal Wasser, das wieder umsonst war. 

Wir waren zwar etwas fertig von der durchfahrenen Nacht, aber ließen uns ein Taxi organisieren, das uns die nächsten Stunden zu allen Sehenswürdigkeiten fahren würde. Einfach mal voll der Tourist sein. :D Die Sachen waren zu weit auseinander, um Rad zu fahren und das öffentliche TukTuk-Pickup-System verstanden wir leider nicht. Und für nicht mal 5 Euro pro Person kann man das mal machen. 




Bago hatte auch einige Überraschungen zu bieten. Die höchste goldene Pagoda in Myanmar, einen wieder aufgebauten Königspalast aus dem 15. Jahrhundert, der unglaublich eindrucksvoll war und ein paar riesige Buddhastatuen. Die waren sitzend und liegend riesig! Der große Zeh der einen liegenden Statue war länger als wir groß waren. Das verrückte ist, dass man nie sehen kann wie alt die Sachen wirklich sind, denn die Farbe wird immer wieder neu aufgetragen. Die Teile sahen aus wie etwa 20 Jahre alt, waren aber ein paar hundert Jahre alt - macht das ganze noch unglaublicher. 




Am frühen Abend lagen wir dann etwas fertig im Bett mit gebuchten Bustickets für den nächsten Morgen. 
Ich bin sehr froh, dass wir Bago noch gesehen haben, wir waren nämlich nicht sicher, ob wir noch weiter in den Süden sollten... Vor zwei Wochen hatte es im Süden massive Überschwemmungen und Erdrutsche gegeben, bei denen viele Menschen gestorben waren. Etwas südlicher als wir wollten, aber Monsun ist überall und wir hatten gehört, dass man kurzzeitig auch nicht über die Grenze nach Thailand gekommen ist. Aber die Grenze sollte wieder offen sein, also riskieren wir es. 

Es ging nun also nach Kinpun, wo es eine große Attraktion gab, den Golden Rock. Wir kamen in strömendem Regen in der nächstgelegenen Stadt an und sollten dort wohl den Bus wechseln. Wir also ausgestiegen und zwei Männern gefolgt, die meinten, dass der Bus in 5 Minuten kommen sollte. Nach einiger Zeit fragten sie uns ob wir Ponchos hätten. Wir so, nein, brauchen wir auch nicht, wir haben Regenschirme und fahren nur Bus. Plötzlich packten sie unsere großen Rucksäcke in Plastiksäcke und besorgten uns Regenponchos. Ok? Dann meinten sie, dass wir auf die Roller aufsteigen sollten. Da wir so auch heute Morgen abgeholt wurden, war das jetzt nicht mega ungewöhnlich, also stiegen wir auf. Im Monsun fuhren wir etwa 20 Minuten hoch nach Kinpun zu unserem Hotel. 

Und da fing der Spaß an. Plötzlich behaupteten die beiden, dass sie Taxifahrer wären und wir sie bezahlen sollten und unser Ticket ja nur bis zu der anderen Stadt gültig gewesen wäre. War es aber nicht, stand Kinpun drauf, was wir denen auch zeigten. Wir meinten, dass sie ja das Busunternehmen anrufen könnten, aber wir hatten bis hier hin bezahlt und würden nicht doppelt bezahlen. Dass sie Taxifahrer waren, hatten sie nie erwähnt, sonst wären wir nie mitgefahren. 
Wir fragten nicht mal was sie haben wollten, denn es ging nicht um das Geld sondern um das Prinzip. Ein bisschen taten sie mir auch Leid, aber so etwas tut man nicht. 
Wir checkten dann ein, sie fuhren weg. Nur um dann etwas später wieder aufzutauchen und uns zu sagen, dass wir die Ponchos bezahlen sollten. Ich war neugierig und fragte wie viel, aber das war so ein absurder Preis, dass ich ihm die Teile in die Hand drückte und meinte, dass er die wieder haben kann. Er war ein bisschen angepisst, konnte aber nicht viel machen und ging mit den Ponchos und Plastiksäcken weg. 

Es sollte nicht besser werden. ^^ Nach einem späten Mittagessen, gingen wir zu der Station, wo die Trucks starteten, die zum Golden Rock hoch fuhren. Es gab keinen Zeitplan, die Teile fuhren los, wenn sie voll waren. Und voll heißt etwa 40 Leute auf einer Ladefläche, auf die die unbequemsten Sitzbalken der Welt gebaut worden waren. 
Es waren schon 4 Leute vor uns da. Auch Touristen. Wow. Wir saßen dort über eine Stunde rum, nur sehr langsam füllte sich die Ladefläche. Wir waren um die 25 Leute. Neben mir ein Mönch, so nah dass ich zwangsläufig mit seiner Kutte kuscheln musste, die  man eigentlich nicht anfassen darf. Jetzt weiß ich, dass sie sehr weich ist. Die einzige Erkenntnis des heutigen Tages, denn kurz darauf kam jemand an und fragte ob wir oben übernachten würden. Äh, nein? Ja, also dann bräuchten wir heute auch nicht mehr hoch fahren, denn der letzte Truck runter würde um 6 fahren und dann hätten wir ja keine Zeit mehr uns dort oben überhaupt noch was anzuschauen. Deren Ernst? Die anderen Touristen warteten seit über zwei Stunden und wir hätten vermutlich alle etwas mehr gezahlt, um da endlich hoch zu kommen, aber nein, sie ließen uns dann aussteigen und fuhren nur mit den Locals hoch, von denen in der letzten halben Stunde auch nur 6 zugestiegen waren. Hätten die auch mit uns und ohne die fahren können. 

Auf die Enttäuschung tranken wir erstmal mit drei der anderen ein Bier und lernten so Niels, Indu und Ben kennen, die uns die nächsten Tage begleiten würden. :) 

Wir sahen den goldenen Felsen dann immerhin einmal von ganz unten und beschlossen es am nächsten Tag nicht noch mal zu versuchen. Wer also den Golden Rock sehen will, muss ihn googlen. :P 





Es regnete eh die ganze Zeit, also egal. ;) Die Bierabende mit Ben, die wir dafür gewannen waren eh besser als der Stein es je sein könnte. :P




Also fuhren wir 5 am nächsten Tag zusammen nach Hpa-An und diese Stadt, diese ganze Gegend entschädigte uns für alles! Zwei Tage ohne Regen und mit der schönsten Landschaft und unserem Scooter, Max Freedom! <3











(sorry für die vielen Fotos, wir haben ein bisschen übertrieben beim Fotografieren und dann konnte ich mich nicht entscheiden) 

Nachdem wir durch Reisfelder, überflutete Wiesen und flaches Land gefahren sind, kamen plötzlich Berge in Sicht. Dunkelgrün bewachsen ragten sie steil aus der Gegend hervor und gaben der ganzen Landschaft einen ganz besonderen Charakter. 
Hpa-An ist eigentlich eine recht große Stadt, aber hat irgendwie ihren dörflichen Charme behalten, weswegen ich mich dort sehr wohl fühlte. :) Ein bisschen wie Bremen. Einen Fluss gab es da auch. ;) 
Wir düsten dann zwei Tage lang durch die Landschaft, schauten uns Höhlen, Pagoden, Viewpoints und die Landschaft an und genossen einfach das Fahren. Rechts schön. Links schön. Vorne schön. Tal des Buddha, was will man mehr? 
Gingen dann sogar noch schwimmen in einem Pool mit exzellenter Gegenstromanlage (Flussströmung) und erfanden secret Handshakes mit einem süßen Mädchen, die so goldig über alles lachte. Wir konnten uns stundenlang unterhalten, denn für sie war es vollkommen egal, dass wir keine gemeinsame Sprache hatten. 

Leider hatten wir mit den anderen dreien dann keine weitere gemeinsame Zeit, denn sie fuhren direkt in den Norden Thailands weiter, wohingegen wir uns nach Sukhothai aufmachten.

Tschüß Myanmar, du warst wunderschön und wir werden den Tea Leaf Salad, die goldenen Pagoden, die bunten Röcke, den hellen Sonnenschutz im Gesicht und die Natürlichkeit vermissen! 

Die Hauptstraße zur Grenze nach Thailand ist durch den vielen Regen momentan nicht befahrbar, weswegen unser Auto (Busse fuhren gar nicht) einen krassen Umweg machte über kleine Straßen, die einem mal das Landleben von Myanmar zeigten. Reisfelder, Holzhäuser auf Stelzen mit Blätterdach, dann eine Solaranlage, Ochsen- und Wasserbüffelherden auf der Straße, abenteuerliche Brücken und Kautschukplantagen. 

Wir teilten uns das Auto (Shared Taxi) mit einer Mutter mit zwei kleinen Kindern und das Mädchen saß neben mir. Eigentlich ganz süß, bis sie dann halb auf mir drauf einschlief. 
Das Mädchen war ein verdammter Ofen. Man hätte ohne Probleme Eier auf ihr braten können (was praktisch gewesen wäre, wenn ich welche da gehabt hätte), leider grillte sie mich (was unpraktisch war). Unglaublich wie warm sie war und meine Körpertemperatur war danach sicher auch bei mindestens 45°.




Aber ich überlebte und so kamen wir gut in Myawaddy an, der Grenzstadt zu Thailand. Ausreisen, über die Grenze gehen und einreisen war erstaunlich einfach und schon waren wir in Mae Sot, Thailand. Und jetzt habe ich keine Lust mehr zu schreiben und deswegen muss der Rest der Geschichte bis zum nächsten Mal warten. :P