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Sonntag, 24. Januar 2021

Ein Sommertraum in merkwürdigen Zeiten

So, do it. Decide.
Is this the life
you want to live?
Is this the person
you want to love?
Is this the best you can be?
Can you be stronger?
Kinder? More passionate?
Decide.
Breathe in.
Breathe out.
And decide.

- Meredith Grey

 

Diesmal wird's kurz und nicht sehr knackig. Lol, sorry. ;) Aber danach geht es dann auch wieder mit Reiseberichten weiter. Ich schwöre.

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Juli / August 2020: Der absolut spannende Grund, warum ich wieder nach Hause zurück fuhr war, dass meine Eltern für zwei Wochen in den Urlaub fuhren und ich das Haus sitten durfte. ;) Wobei ich das natürlich auch gerne mache, ein bisschen entspannen von dem ganzen „Reisen“ kann ja auch nicht schaden.

Ich füllte die Zeit mit allerhand Aktivitäten, die ich am Ende des Jahres schmerzlich vermissen würde: Freunde treffen, Bouldern gehen, Spieleabende (und Andor-Schlachten), Korbballtraining, Grillen in meinem Garten (gut, der Spaßfaktor im Winter hält sich dabei sowieso in Grenzen), Familienbesuche (ich traf meinen jüngsten Neffen 1. Grades zum ersten Mal), Schwimmen gehen, Stühlerücken, Gemüse aus dem Garten ernten und den Bau der Toilette planen, Geburtstagsfeiern (mit echten Menschen, aber immer schön draußen, war ja eh warm bis spät in die Nacht), Büsche radikal schneiden (vielleicht bin ich etwas zu sehr ausgerastet – upsi, sorry, Miri) und eine Sternschnuppe sehen (hätte aber auch nichts gegen Winterschnuppen). Tagebuchschreiben musste ich auch noch nachholen, denn ich hing natürlich nicht nur mit dem Blogschreiben hinterher, sondern vergaß bei den ganzen spannenden Aktivitäten auch gerne mal meine Reisetagebücher zu füllen, wenn ich unterwegs war.

 

Sommerwochen im Garten, am See und bei Radtouren durch die Gemeinde


Korbballtraining und viele Aktionen mit der Mannschaft <3 - in der Mitte eine Andor-Schlacht - Kanufahrt auf der Aller: All diese Aktivitäten kommen mir nun vor wie merkwürdige Träume aus einem anderen Leben.. schon komisch.

Achja, und natürlich hätte ich auch wieder anfangen sollen zu arbeiten, denn mein eines Jahr unbezahlter Urlaub war am 1. August abgelaufen. Wie im letzten Post jedoch angekündigt, wurde ich direkt in Kurzarbeit „geschickt“ und war somit auch weiterhin 100% meiner Arbeitszeit zu Hause und hatte nichts zu tun. Eine offizielle Aussage der Personalabteilung war außerdem, dass ich das Land nicht verlassen dürfte. Grummel. Wie gut, dass auch in Norddeutschland gutes Wetter war, so dass ich oft mit Insa Rad fuhr und im Silbersee schwimmen ging. Wann bin ich dort denn das letzte Mal zum Schwimmen gewesen? Kindheitserinnerungen kamen auf.

Mit Miri zusammen fuhr ich nach Celle, wo wir uns mit unseren Cousinen Mena und Dani trafen. Da ich zu unserem Weihnachtstreffen nicht da gewesen war, war es das erste Mal, dass ich die beiden seit der Reise wiedersah. Was für eine tolle Zeit! Wir nutzten das warme Sommerwetter für eine Kanutour auf der Aller, legten eine Schwimmpause ein, wanderten durch die Celler Innenstadt und aßen Eis. Gespräche. Sommer. Familie. <3 Alle Sorgen scheinen so weit weg zu sein. :)

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Mama und Papa kamen aus Dänemark wieder und ich merkte, dass ich in nächster Zeit nicht arbeiten würde. Was also mit meinem Leben anstellen? Wieder anfragen, ob ich auf dem Hof aushelfen könne? Auch eigentlich keine Dauerlösung… Ich beschloss jedoch den Weg zu gehen, der am meisten Spaß bieten würde und plante noch eine zweite kleine Sommerreise. Es würde zurück nach Chamonix gehen – Berge wir sehen uns bald wieder!

Ich würde meiner Firma einfach nicht sagen, dass ich mich in Frankreich aufhielt, dann würden sie das auch nie erfahren. Wie auch? An den Teammeetings kann ich aus jedem beliebigen Land teilnehmen und so stand der Plan fest. Vorfreude bis zum 19.08., denn dann wäre ich wieder unterwegs! Mark hatte netterweise angeboten mich noch ein weiteres Mal bei sich aufzunehmen (doof, wenn man zu lieb ist und Madame keinerlei Skrupel hat das auszunutzen *böse Lach* - Scherz, danke schon mal!!).

Und weil hier vermutlich niemand noch mehr von meinem kleinen Brinkumer Sommertraum lesen möchte (wahrscheinlich liest den Blog eh nur meine Mama und später meine Enkelkinder, wenn sie ein Schulprojekt über irgendwelche komischen Zeiten ausarbeiten müssen – ich sage an dieser Stelle mal Hallo an die Zukunft :D), kann ich eigentlich direkt wieder mit der nächsten Reise starten.

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Am Tag bevor es losgehen sollte, packte ich meinen Rucksack mit den wichtigsten Klamotten, nämlich auf jeden Fall meinen Klettersachen, Helm und Stirnlampe, denn Mark hatte mich gefragt, ob wir nicht irgendein verrücktes Bergabenteuer zusammen machen wollten. Natürlich hatte ich begeistert zugesagt. Als ich abends im Bett lag, fielen mir noch ein paar Dinge ein, die ich morgens noch einpacken musste, sie dann aber vergaß, naja, musste auch so gehen.

Viel zu früh musste ich nämlich los, Papa brachte mich zum Hauptbahnhof und dann fuhr ich von Bremen nach Köln, hatte dort 3 Minuten Verspätung, so dass aus meinen 4 Minuten Umsteigezeit nur eine wurde, aber es klappte alles. Weiter nach Basel, tschüß Internet (ich habe dich eh nie gebraucht *heul*) und dann über Biel nach Genf. Diesmal holte mich Mark jedoch nicht dort ab, so dass ich zum Flixbus-Platz lief, dort eine Stunde wartete und dann mit dem Bus rüber nach Chamonix fuhr. Sobald ich über die Grenze kam, konnte ich auch sagen, wann ich in etwa ankommen würde, so dass Mark mich vom Bus abholen konnte. Da seine neue Unterkunft nicht mehr in Chamonix direkt war, sondern im benachbarten Les Praz, hatte er netterweise ein zweites Fahrrad organisiert und beide nach Chamonix reingebracht, so dass wir nach einer Fressattacke beim Inder, die sich nach dem langen Tag bei mir angestaut hatte, mit den Rädern am Fluss entlang zurückfahren konnten. Da wir noch zufällig zwei Freunde getroffen hatten, war es mittlerweile auch schon stockdunkel und wir hatten keine Lichter an den Rädern. Wir fuhren langsam, um nicht im Fluss zu landen, Mark leuchtete uns irgendwann den Weg mit seinem Handy... Aber dann zwang ich uns zu einer Pause, denn ich hatte plötzlich den wahnsinnigen Sternenhimmel über uns entdeckt. Die Nacht war so klar, dass man sogar den hellen Schleier der Milchstraße sehen konnte. Wie unglaublich schön!

Das Apartment hatte einen schönen Balkon mit Blick auf den Mont Blanc und so verbrachte ich dort schon in den ersten Stunden hier sehr viel Zeit. Sterne am Abend und als ich plötzlich gegen 7 Uhr morgens wach war, schnappte ich mir eine Kuscheldecke und beobachtete den Sonnenaufgang auf den weißen Flanken des Mont Blanc und der umliegenden Berge. Kann es etwas Schöneres geben?

Ich würde mich ganz sicher hier wohlfühlen in den nächsten Wochen. :)

 

Entspannter Morgen auf dem Balkon in Les Praz mit Blick auf die Aiguille du Midi (links), den Mont Blanc (mitte) und vermutlich die Aiguille de Bionnassay (rechts)



Mittwoch, 26. Juni 2019

Reisende soll man nicht aufhalten

Immer noch Juni. Es passiert einfach zu viel jetzt! :) 

"Reisende soll man nicht aufhalten." 

Sagt man ja so, oder? 
Ich wünschte das wüssten auch die Anwohner in der Neustadt und die Bremer Abfallgesellschaften.. Meine 3. Ladung Kisten und Kram fuhr ich nämlich wieder später am Tag (bzw. Abend) zu meinen Eltern, weil dann halt kein Verkehr ist und auf Stau kann ich nun wirklich verzichten. Leider kam ich auch dementsprechend spät wieder zurück... und suchte vergeblich nach einem Parkplatz. Selbst die Idiotenplätze (wo man am nächsten Tag umparken muss) waren alle belegt. Ich bin ungelogen 15 Minuten durch sämtliche Einbahnstraßen gejuckelt - der touristische Mehrwert hält sich in Grenzen - und musste dann irgendwo außerhalb meines Viertels parken. Hurra. 

Und dann versuchte ich Altglas loszuwerden. Da, wo ich es schon die letzten 9 Jahre in die Kontainer geworfen habe. Tja, Überraschung, sie waren weg und kein Ersatz in Sicht. Wow, danke für nichts. Natürlich kein Handy dabei gehabt, um zu googlen wo die nächsten stehen, also ein paar Kilometer weiter gefahren, um die schweren Taschen zu leeren.
Doppeltes Hurra. ^^

Naja, egal, weiter geht's. Auch wenn ihr mir Steine in den Weg legt, haltet ihr mich nicht auf. Muhahaha. Kaum dramatisch und so.

So eine Reise ist ja auch immer eine Sache von 'neue Erfahrungen sammeln und über sich hinauswachsen' und deswegen fing ich damit direkt jetzt schon mal an:
Am nächsten Tag musste ich nämlich eh umparken, weil ich Jannis versprochen hatte mit dem Auto durch die Waschanlage zu fahren. Ich habe keine Ahnung wie ich so lange Auto fahren konnte ohne jemals durch eine Waschanlage gefahren zu sein, aber es war das erste Mal für mich. Und dementsprechend unwohl fühlte ich mich. Super albern, denn eigentlich ist ja nichts dabei, aber mich macht es nervös nicht zu wissen was auf mich zu kommt.
War dann natürlich auch gar nicht so schlimm, denn der nette Mann sagte mir mindestens drei Mal was ich machen musste und dann durch die Anlage zu fahren war ziemlich entspannt. Ich bin offensichtlich gut genug im Fahren, um die Spur direkt zu treffen und ab da war es dann ungefähr so wie ein Starkregenschauer auf der A1 zwischen Hamburg und Bremen im Feierabendverkehr. Nur ohne den Stress seinen Vordermann sehen zu müssen. Top. :D

Außerdem nahmen mir zwei liebe Wichtel in einer Nacht und Nebel Aktion (es war weder Nacht noch neblig) ganz viel Arbeit ab. <3 Miri und Max schrauben nämlich die fehlenden Milliarden Schrauben (grob geschätzt) in unsere "Pergola" , so dass ich nun endlich pünktlich zum warmen Wetter in meiner Hängematte im Garten liegen kann! :) Hihi. Man muss sich schließlich auch mal von der ganzen Arbeit erholen. *Schulterzuck*


Rechts neben mir wäre ein wunderschöner Müllhaufen gewesen, aber Miri hat dieses totaaal tolle Foto zumindest mit den Rosen drauf gemacht. ;) 

So, mittlerweile folgt Schlag auf Schlag in der Vorbereitungsphase:

Insa und ich haben unsere Visa für Myanmar beantragt, 50 Dollar gezahlt und wurden 'approved'. Wuhuuu!

Ich habe noch eine weitere Kreditkarte beantragt und den spannenden Prozess einer online-Identifizierung durchlaufen: Videoanruf, in dem ich vor meinem Gesicht rumwedeln musste und meinen Pass hochhalten sollte. Taschenlampe an, damit man das Wasserzeichen sieht, PIN aufs Handy und nach 10 Minuten war klar: Ich bin tatsächlich ich. Verrückt, was so alles geht.

Mittlerweile bin ich schon dabei meine Möbel abzubauen und eigentlich sind nur noch meine Sommerklamotten und Küchenartikel nicht eingepackt. Es wird langsam leerer, wenn man von dem größer werdenden Müllberg absieht...


Der Dachboden ist auch endlich ausgeräumt - ich habe etwa 15 kg Uni- und Schulsachen weggeworfen. Unglaublich, die schaue ich mir eh nie wieder an. In meinen alten Tagebüchern musste ich dafür ein wenig lesen, bevor ich sie wieder weg packen konnte. Schon witzig, mein Vergangenheits-Ich. ^^

Außerdem sind langsam alle verbleibenden Wochenenden verplant, denn irgendwie will ich alle meine Freunde und Familie und sowieso jeden noch mal sehen und umarmen und entfernter wohnende tolle Menschen müssen besucht werden und sowieso! <3
Was in den letzten Wochen besonders schön war, war dass wir endlich mal alle Enkel von Opa zusammen an einem Fleck hatten (bei Danis und Tobis wundervoller Hochzeit <3) und ein tolles Foto zusammen gemacht haben. Wir haben das seit Jahren nicht mehr geschafft!


Das sind zwar nur wir drei, aber irgendwie feier ich Opa da drauf zu sehr! :)  (hoffe ich bekomme demnächst die digitalen Bilder, denn so ist das etwas verzerrt...) 

Auf der Arbeit darf ich auch noch mal einen Endspurt einlegen, denn ein Kollege ist im Urlaub, der Andere für mehr als zwei Wochen krank. Damit bin ich mit meinem Chef alleine und darf alles machen. Also alles machen, nicht alles machen.. Is klar, oder? 
Das wird meine Kollegen dann richtig freuen, da ich somit die meisten Themen habe und die die später unter sich aufteilen müssen. Kleines Abschiedsgeschenk meinerseits. :P Nebenbei noch dem neuen Kollegen erklären wie alles funktioniert, ich bin ein Kraken mit acht Armen. Lalala.

Außerdem bin ich endlich wieder erkältungsfrei, was nach 4 Wochen auch wirklich mal Zeit wurde. Wie soll ich mich auch richtig auskurieren, wenn so viel zu tun ist? Aber nun kann das Training richtig los gehen, damit ich vielleicht nicht total abkacke im Himalaya.
Direkt losgelegt mit Training und Trainingsspiel an zwei Tagen hintereinander. Gut, dass es nicht die zwei heißesten Tage des Jahres waren... (doch). Und ich durfte lernen: Schwitzen ist nicht gleich Schwitzen - es gibt immer noch eine Steigerung. Der Kampf nach dem Duschen wieder in seine Klamotten zu kommen, konnte nur durch Hilfe von anderen gewonnen werden. Tja, hupsi. Außerdem habe ich jetzt kackbraune Schokoflecken auf meinen Turnschuhen - Training fängt gut an. :D
Insa ist auch schon mit einem Rucksack voller Wasserflaschen wandern gegangen, das läuft bei uns. :D

Dann habe ich auch noch meinen Zug nach Berlin gebucht. Schön einen Tag eher, damit ich entspannt die Gastfreundschaft von Mustafa ausnutzen kann. Hihi. *wink* :)

Mittwoch, 12. Juni 2019

Wurzeln erkunden und zurückkehren zum Kindheitszuhause

Juni. Weniger als zwei Monate bis ich weg bin! Wie verrückt nah dran das klingt. Und der Berg an Aufgaben wird nicht kleiner. Wie konnte ich schon wieder alles auf die letzte Minute aufschieben? 

Naja, ein paar Sachen habe ich dann doch geschafft, aber wenn man meine Wohnung sieht, weiß man, dass da noch sehr viel zu tun ist. Leider. Wird natürlich auch nicht leichter, wenn man sich mit einer heftigen Erkältung herum ärgern muss.. Aber da muss man dann einfach durch. 



Also erstmal Urlaub machen mit der Familie. :) Mama schaute nicht so begeistert, als ich am letzten Tag in die eiskalte Ostsee rannte, aber ich bin mir ganz sicher, dass mich genau das gesund machte! :P

Was aber viel spannender war, war dass wir in diesem Urlaub unsere Familienwurzeln erkundeten. Bis in die 90er gehörte der Familie meiner Großmutter ein altes Gebäude in der Innenstadt von Stralsund. Da es denkmalgeschützt war, aber komplett renoviert werden musste, verkaufe die Erbengemeinschaft es für einen Euro an die Stadt bzw. die Denkmalstiftung oder so. Und das war perfekt so, denn nun ist es ein Museum und wir konnten uns in Ruhe umschauen. Und es war unglaublich faszinierend! Ich sah das erste Mal ein Foto unserer Ururgroßmutter und das ganze alte Holz in den Dachbalken war unglaublich majestätisch. Die handwerkliche Kunst das damals vor 500-600 Jahren so gebaut zu haben. Heftig! Der immer noch funktionsfähige Lastenkran im Inneren, der während der Restauration auch zum Einsatz kam. Wow. Die alten Tapeten. Und. Und. Und. 
Äh, ja, damit kann man mich offensichtlich begeistern. ^^ Holz ist sowieso toll. 


So richtig bewusst geworden, dass jede Familie ja auch eine lange Geschichte hat, auch wenn man nicht adelig ist, ist mir wohl erst jetzt.
Meine Oma ist in Bremen geboren und irgendwie verbindet einen das dann auch noch mal mit der Stadt, in der man lebt und in die ich zurückkehren werde. :) 

Wo wir also gerade bei Familie und Wurzeln sind: Damit es vorwärts gehen kann, muss man manchmal einen Schritt zurück machen. Sagt man so, oder? In meinem Fall hieß das wieder "Kind" zu werden und bei meinen Eltern einzuziehen. Zumindest offiziell erst einmal. Und so machte ich entspannt an einem sonnigen Tag eine Radtour nach Stuhr und setzte mich ohne Termin ins Wartezimmer des Gemeindebüros. So etwas Verrücktes wäre in Bremen wohl nicht sehr spaßig geworden, hier kam ich aber nach etwa 4 Minuten aus dem Fenster schauen dran. Ich war noch gar nicht damit fertig die Gegend zu betrachten! Knapp 5 Minuten später war ich bei meinen Eltern gemeldet und offiziell wieder Stu(h)rer. :D - Ich bin übrigens ein ganz großer Fan von schlechten Wortwitzen.

Leider ist es nicht möglich den internationalen Führerschein im Gemeindebüro zu beantragen, dazu muss man nach Syke zur Führerscheinstelle bzw. Verkehrsbla... Aber auch das ist ja nicht so weit weg, wenn man ein Auto hat. Das holte ich also von Jannis ab und fuhr drei Tage hintereinander durch die Gegend. Zweimal vollgepackt mit Kisten zu meinen Eltern (ich kam gegen 23 Uhr auf die brillante Idee und so verschlief meine Mama seelig die Ausräumaktion) und dann noch einmal knapp vorm Feierabendverkehr nach Syke. Übrigens ein echt schönes Gelände da. Ich verlief mich nur ein bisschen in den Gebäuden, kam dann aber (ohne Termin natürlich) direkt dran und konnte 10 Minuten später mit dem wundervoll hochwertigen (nicht) Führerschein das Gebäude wieder verlassen. 

Jetzt steht dem TukTuk auf Sri Lanka nichts mehr im Weg. Naja, außer vielleicht meine nicht vorhandenen Skillz beim Fahren von etwas anderem als einem Auto. Aber wird schon schief gehen.


Was ich sonst noch in den letzten Wochen geschafft habe: 
- Ich habe mein altes Zweit-Fahrrad an meine Nachbarin verkauft. 
- Sperrmüll ist angemeldet, jetzt wo ich weiß was meine Nachmieter übernehmen werden und was nicht. Und der Schrott von der Parzelle muss auch endlich weg! 
- Noch weiter fleißig ausgemistet - der Müllberg wächst. 

Donnerstag, 9. Mai 2019

Sachen beenden und Gutes tun

Mai. Die Korbballsaison ist nun offiziell zu Ende. Wir haben im März schon mit dem ersten Platz die Niedersachsenliga beendet (können aber nicht aufsteigen, weil wir ja schon eine Mannschaft in der Bundesliga haben) und unsere 1. Damen hat in der Bundesliga in den letzten Spielen auch noch mal richtig gut gespielt und ist im Mittelfeld gelandet. :) 

Am ersten Maiwochenende fuhren wir mit einer gemischten Gruppe aus allen Frauenmannschaften nach Porta Westfalica, um uns die Deutsche Meisterschaft anzuschauen. Das Finale der Frauen war ungefähr das beste, spannendste und geilste Spiel, das ich je gesehen habe. Danke an Eisbergen und Schraudenbach für dieses tolle Spiel! Und danke an die Mädels für das tolle Wochenende - ihr seid die besten! :*

Finale der Damen

Um den Mai richtig einzuläuten, hatten Taddy und ich eine Woche zuvor mit unserer Mannschaft ein Abschiedsgrillen geplant. Quasi unser alljährliches Abschlussgrillen - diesmal in Bremen und nicht irgendwo am AdW. :P Schön am 30.04. und am nächsten Tag frei. Perfekt! Wir besorgten die Getränke; Würstchen und Fleisch wurden aus unserer vollen Mannschaftskasse gezahlt und jeder brachte ein paar Beilagen mit.
Taddy wandert ja auch aus - nach Bayern - und so muss die nächste Saison ohne uns gespielt werden. Ich werde übrigens sehr enttäuscht sein, wenn nicht mindestens ein zweiter Meistertitel dabei raus kommt!

Ersatz für uns beide wurde nun auch schon gefunden. Wobei, uns kann man natürlich gar nicht ersetzen. :P 

Goldmedaille!

Meine Freunde konnte ich in den letzten zwei Wochen allerdings noch mit einer anderen Sache unterhalten. Ein grandioses Kunstwerk aus Kopf auf Tischplatte hauen und / oder einen Lachflash bekommen. Man soll ja über sich selber lachen können *Schulterzuck*.

Die Sache ist nämlich die: Ich bin der Meinung, dass netten Menschen viel zu selten gesagt wird, dass sie nett sind und dass sie mit ihrer Art die Welt ein bisschen besser machen. Einfach weil sie so sind wie sie sind.
Und das finde ich nicht richtig. Heutzutage wird viel zu viel gemeckert und an anderen herumkritisiert, da muss man einfach mal ein Gegengewicht schaffen und auch mal sagen "Danke, dass du ein toller Mensch bist. Bleib einfach so." Und weil ich eh gerade mein ganzes Leben aufräume, dachte ich, dass nun der perfekte Zeitpunkt gekommen wäre. 
Also hin da und was Gutes tun. Nur leider werdet ihr auch direkt erfahren, warum das quasi niemand macht.. (ich bin leider das beste Beispiel für "so nicht"). :D

Tja, also die Vorgeschichte ist die: Ich hatte letztes Jahr mehr schlechte als gute Tage und habe mich daher viel abgelenkt. Freunde treffen, Sport machen. Sowas halt.
Ein Tag ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben, an dem ich irgendwann im Oktober oder November mit schlechter Laune beim Bouldern war. Ich hatte dann auch noch Schwierigkeiten bei einer eigentlich gar nicht so schweren Route, was meine Laune natürlich nicht anhob.
Und dann kam einfach ein netter Mensch, der mir mit einem echten und - keine Ahnung - irgendwie sorglosen Lächeln Ratschläge gab. Tipps, mit denen ich die Strecke dann auch schaffte.
Und er tat es nicht, weil er irgendetwas dafür bekam, sondern einfach weil er nett ist und das hob meine Laune. Aus irgendeinem Grund besserte das meinen ganzen Tag auf und dafür kann ich einfach nur dankbar sein.
Also wollte ich Danke sagen dafür, dass er - wenn auch unbeabsichtigt - für kurze Zeit mein Leben besser gemacht hat.


Und dann war ich so weit. In meinem Kopf klang es ganz gut. Man läuft sich über den Weg, ich sage: "Hey, du erinnerst dich wahrscheinlich gar nicht mehr, aber du warst vor einiger Zeit super nett zu mir und hast mir dadurch sehr geholfen. Und dafür wollte ich mich bedanken. Du bist ein toller Mensch, bleib so wie du bist. Vielen Dank!" Ein nettes Lächeln, ein vielleicht etwas verwirrtes "gern geschehen" und man geht wieder seiner Wege. Hoffentlich mit positiveren Gedanken im Kopf. 

Es wird nun niemanden überraschen, dass es wohl NICHT so gekommen ist... 

Ich ging also den einen Tag recht früh nach der Arbeit alleine Bouldern. Es war ein richtig guter Tag, ich schaffte zwei Strecken, an denen ich mich schon ein paar Mal probiert und sie einfach nicht geschafft hatte. Aber an diesem Tag lief alles super gut. Ich war gut gelaunt und es war noch recht leer in der Kletterhalle und als ich fertig angezogen aus der Kabine kam, sah ich, dass der Mensch, dem ich Danke sagen wollte, hinter dem Tresen am Empfang stand. Perfekt. Eine bessere Gelegenheit würde sich ja wohl kaum bieten. Ich musste eh dorthin, um den Schließfachschlüssel abzugeben, also fragte ich "Hey, hast du ein paar Minuten Zeit?"
Natürlich hatte er und abhauen konnte er auch nicht. Sorry schon mal. :D Da ich mich nicht direkte traute meinen Dank loszuwerden, fing ich mit Smalltalk an..
"Hm, ich habe zwei Sachen. Einmal, warum ist in dem kleinen Raum keine Musik?" Das hatte mich wirklich gestört, weil die Musik ausnahmsweise echt gut war. Letzte Woche war ich mit Miri da und da kam stundenlang (nur ein bisschen übertrieben) Trash-Rap. Falls das noch keine Musikrichtung ist, jetzt ist es eine. Der Text des einen Liedes war etwa "Der König ist Kunde... die Menschen lieben dich." Das Lied ist so schlecht (und unbekannt?), ich kann es nicht einmal finden, wenn ich es google.
Aber ich schweife ab. 

Seine Antwort war, dass der Fortschritt hier spät komme. Geistreicher und eloquenter als mein Rumgestammel war das auf jeden Fall. Super. Ich fragte dann noch, ob man sich auch andere Musik wünschen könnte und er meinte man könne immer zum Tresen gehen und fragen. Die Playlist ist halt immer abhängig von der Person am Empfang.
Tja, damit war mein Vorrat an belanglosem Blabla aufgebraucht und ich atmete noch mal tief durch. Dummerweise hatte ich in der Zwischenzeit auch vergessen was ich sagen wollte, also stammelte ich drauf los: "Also, letztes Jahr ging es mir nicht so gut.." Ich stockte und wäre am liebsten weggerannt. Warum hatte ich das gesagt? Das war doch komplett irrelevant und er schaute mich jetzt auch etwas zweifelnd an (aber immer noch höflich - ich glaube er hat ein ziemlich gutes Pokerface).
"Du fühlst dich jetzt bestimmt wie ein Psychologe, der nicht bezahlt wird." Wow, das hat es total viel besser gemacht.. Naja, retten konnte ich jetzt auch nichts mehr und ich war nur froh, dass er einfach nicht antwortete. Also schaffte ich nun endlich zu sagen, dass er mir einmal, als ich einen schlechten Tag hatte, geholfen hat und nett gewesen ist und ich mich dafür bedanken wollte.
Ich glaube mittlerweile fühlte er sich mindestens so unwohl wie ich und zuckte mit den Achseln und meinte, dass das gar nicht seine Absicht gewesen war. Er versuchte die Aussage dann noch etwas abzumildern, was mich kurzzeitig amüsierte. Aber dann folgte ich meinem Gehirn, das schon seit Minuten schrie "renn endlich!" und meinte "ähm, ja das wollte ich eigentlich nur sagen, also danke und äh tschüss."
Ich hatte mich schon umgedreht als dann noch ein "schönen Tag noch" hinterherkam, das ich schnell über die Schulter beantwortete und mich endlich aus der Tür rettete.
Oh Gott. 

Saskia litt mit als ich ihr das erzählte und riet mir nur noch mit Papiertüte auf dem Kopf Bouldern zu gehen. Danke. :D
Alle anderen freuten sich über die Geschichte (und ein bisschen darüber, dass es nicht ihnen passiert ist). 

Ich fühlte mich etwas bescheuert, aber auch ein wenig amüsiert, bis ich Britta anrief. Und sie sagte mir tatsächlich, dass sie mega stolz auf mich wäre, weil ich zu einem Fremden gegangen bin um danke zu sagen. Dass sie sich das nicht getraut hätte und ich stolz sein sollte. Dass das total mutig war. Und dass es ja eine gute Geste war und dem netten Menschen etwas zurück geben sollte. Ich hoffe nur, dass er sich tatsächlich über das Danke freut und nicht an eine merkwürdige Verrückte erinnert wird. :D Aber da das eh nicht in meiner Hand liegt, whatever.
Also Leute, geht raus und tut Gutes, es lohnt sich. xD

~~~


Noch etwas neigte sich in den letzten Wochen dem Ende entgegen: Meine Zeit in meiner tollen Wohnung. Wow. 9 Jahre sind es gewesen. Denn ich habe Nachmieter für meine Wohnung gefunden. Zwei super nette Mädels, die als beste Freunde eine WG gründen wollen. Jetzt muss nur noch der Vermieter zustimmen und dann können wir schauen welche Möbel in der Wohnung gelassen werden können. :) Alles raus! Also falls jemand noch was braucht.. Ich habe es und will es loswerden. :D 

Fleißig am Packen bin ich auch. Kinder, kauft euch keine Bücher, damit will kein Mensch umziehen...

Mittwoch, 24. April 2019

Impfmarathon

April. Heute erinnerte mich Insa daran, dass wir nun in den zweistelligen Zahlen angekommen sind! Nur noch 99 Tage bis Bangkok. Wow, die Zeit rennt schon wieder. Das Wetter passt sich auch langsam an, ich muss ja schließlich ein wenig vorgebräunt sein, um nicht als Krebs durch Asien zu kriechen.

Rote Punkte: Ziele für die Reise

Die Vorbereitungen laufen auch weiter: 

- Neue Brille geholt, auf die sich hoffentlich in der ersten Woche der Reise niemand drauf setzt (man erinnere sich...). Insa hat auch schon versprochen mich nicht in einen Fluss zu werfen. Sehr nett von ihr, da sie das, als ich 17 war, schon einmal gemacht hat und ich dabei meine Brille verlor. Durfte den Rest der Woche blind rudern gehen.. Natürlich waren wir dann noch einen Abend in der Kneipe und schauten uns irgendein Werder-Europaspiel an (erinnert sich noch jemand an diese Zeit? :D). Es war nicht so spannend, wenn man nix sieht. Falls das nicht klar war. ;)

- Es wird weiter fleißig ausgemistet und diese Woche fangen die Wohnungsbesichtigungen an. Ich habe versucht aufzuräumen, aber ein Zimmer ist einfach voll mit dem "kommt weg" - Kram und den kann ich so schnell nicht minimieren. Außerdem stehen im Wohnzimmer schon 12 vollgepackte Umzugskartons mit meinen Büchern und so. Brauchen die Nachmieter halt Fantasie. Viel.

- Insa ist ein Schatz und hat uns schon das Hostel in Bangkok und die Flüge nach Myanmar und Nepal gebucht. Britta hat es auch geschafft ihre Flüge zu buchen und kommt uns im September in Thailand besuchen. <3

- Bikini ist gekauft und das einzige, was noch fehlt, sind Schuhe. Meine schweren Wanderstiefel brauche ich nur für Nepal und deswegen lasse ich sie mir von Britta mitbringen. :)

- Pergola auf der Parzelle steht, auch wenn noch etwa 150 Schrauben reingejagt werden müssen.. Freiwillige vor.

- Zusammengefasst: Es läuft.




Reiseimpfungen:

Da Asien ja nicht unbedingt bekannt ist für Sauberkeit, ließ ich im März noch einmal meinen Impfpass checken. Die Standardimpfungen waren alle noch von 2015 auf Stand. Top. Gelbfieber, Tollwut und alle Hepatitisimpfungen habe ich auch. Aber es gibt noch ein paar Sachen, die ich für Asien haben sollte. Miri hatte mir ein paar empfohlen (praktisch son Arzt in der Familie - sorry, dass ich berufstechnisch eine Niete bin :D) und ging dann alle Länder noch einmal mit der Ärztin durch. Einmal alles bitte, war meine Bestellung.

Falls es wen interessiert: Japanische Enzephalitis, Meningokokken (beide Varianten), Typhus (Auffrischung), FSME (eher für Deutschland oder so) und Cholera.

Termine wurden vereinbart, Rezepte ausgestellt. Also ging ich voller Tatendrang zur Apotheke und reichte meine Zettel weiter. Die gute Dame kam ziemlich ins Schwitzen und sagte mir auch bestimmt 20 Mal, dass die Impfstoffe sofort in den Kühlschrank müssten. Nach 10 Minuten hatte sie alles zusammen und ich holte mein Geld heraus.
Knapp 600 Euro. Krass. 600 Euro für son paar Impfstoffe. Willst du viel Geld ausgeben, geh dich impfen. Oje. Naja, die Krankenkasse zahlt ja das meiste davon, aber 600 Euro? :D
Die Impfungen fingen dann auch gut an. Das Zeug, das in meinen rechten Arm gespritzt wurde, tat über eine Woche irre weh, so dass ich auch noch davon abgehalten wurde Sport zu machen. :( Nicht cool.


Cool dagegen war der Cholera-Impfstoff. Da es sich dabei um eine Schluckimpfung handelte, durfte ich mich zu Hause selbst impfen. Zweimal sogar. Ich habe mich ein bisschen wie ein Alchemist gefühlt. :D
Diese Woche kommen die letzten Impfungen (leider die zweite Dosis von dem Zeug, das mich das erste Mal gekillt hat.. Ich hoffe, dass es diesmal nicht so schlimm wird) und dann bin ich bestmöglich vorbereitet, hoffe ich.

Donnerstag, 28. März 2019

Ballast abwerfen vor der großen Fahrt

März. Das letzte Mal ging alles so schnell, es gab kaum Zeit zu planen, wir wussten nicht was wir tun, es war ein ziemliches Chaos (nicht, dass ich jetzt weiß was ich tue, aber es gibt mehr Zeit keinen Plan zu haben^^). Was hatte man auch erwartet, wenn zwischen "Ich hätte Bock auf ne Weltreise, irgendwann, vielleicht.." und "Abflug" nicht einmal 6 Monate liegen...
Dieses Mal wird es anders sein. Mehr Vorlaufzeit und damit hoffentlich weniger Stress. Und das Wissen, "das alles" schon einmal gemacht zu haben.

Ich habe beschlossen die Wohnung nicht wieder unterzuvermieten sondern zu kündigen. Das letzte Mal gab es so viel Stress mit den Untermietern, das möchte ich mir nicht noch einmal antun. Außerdem habe ich dann einen richtigen Neuanfang, wenn ich wieder komme und irgendwie freue ich mich sogar auf die neue Wohnung. Das Wändestreichen, Möbelkaufen, Einrichten. ;)
Aber erst einmal die alte Wohnung loswerden und so stiefelte ich letzte Woche zu meinem Vermieter und überbrachte ihm die unangenehme Nachricht. Er war heartbroken.
"Aber Frau Böttcher, das können Sie doch nicht machen!" Er bot mir sogar an meine Kündigung zu vergessen, sollte ich es mir in den nächsten Monaten noch einmal anders überlegen. So ein netter Mensch! Ich überzeugte ihn trotzdem im Verlauf des Gesprächs, dass es das Richtige wäre und wir redeten dann noch über Reisen und andere Länder. Damit kommt man immer gut mit Fremden ins Gespräch. 

Will ich die Wohnung wirklich aufgeben? - Wochenende mit den Mädels :)

Allerdings schafft die Obdachlosigkeit (naja, fast^^) auch Platz für neue Probleme. Wohin mit den Möbeln und Klamotten?
Ein Anruf bei dem nächsten Self Storage Büro in der Neustadt ergab: Für einen 7m2 Raum muss man 100 Euro im Monat zahlen. Puh. 1200 Euro im Jahr. Lohnt es sich dann überhaupt noch meine kaum wertvollen Möbel dort einzulagern? Wohl nicht.
Schade, Möglichkeit 1 ausgeschlossen, aber hey, wie gesagt, es ist ja noch Zeit. ;)

Also erst einmal damit anfangen unnötigen Ballast loszuwerden. Das wurde eh mal Zeit. Ich besitze tatsächlich noch Klamotten aus meiner Schulzeit, in die ich beim besten Willen nicht mehr hinein passe. Wieso habe ich das alles noch?
Ich habe also in den letzten Wochen schon ein paar Kilogramm Kleider und Schuhe aussortiert, weggeben oder weggeworfen. Und es fühlt sich gut an. Da wird noch einiges folgen! So reduziert sich dann natürlich auch die einzulagernde Menge. Yay!
Aber mit meinen Klamotten sollte es nicht aufhören, also stieg ich hinauf auf den Dachboden und durchkramte alte Kartons. Erstaunlich was man da noch so alles findet.

Mein Highlight: Einen Mini Disc Halter. Wow, wofür sollte ich jemals in meinem Leben noch einmal so ein Teil brauchen? Praktisch veranlagt, wie ich bin, versuchte ich ihn als CD Ständer zu benutzen, aber die CD-Hüllen waren zu dick. Tja, damit hatte das Teil vollständig ausgedient.
Kurz dachte ich darüber nach, das Ding einfach wegzuwerfen, aber dann kam ich auf die Idee mein Glück doch bei Ebay Kleinanzeigen zu versuchen. :) Schwupp, war ein Account angelegt und die ersten Artikel online.
Und man mag es kaum glauben, aber ich bin den Mini Disc Ständer für knappe 5 Euro losgeworden. Seit ich diesen glorreichen Ebayaccount habe, wurde ich nun schon einen Haufen Müll los und habe dafür etwa 20 Euro bekommen. Die nächste Party geht also offensichtlich auf mich. xD
Letzte Woche bin ich sogar meinen seit Jahren ungenutzten Schreibtisch losgeworden für 30 Euro. Das fühlt sich ernsthaft gut an! Wofür braucht man schließlich noch einen Schreibtisch, wenn man weder studiert noch von zu Hause arbeitet? Weg damit.
Gut, das läuft also und alles, was ich in ein paar Monaten trotzdem nicht losgeworden bin, kann ja immer noch weggeworfen werden.

Bleiben noch die großen Möbel. Dafür muss eine Lösung her. Oder mehrere Lösungen. Ein paar Möbel, die nicht zu groß sind, kann ich wohl bei meinen Eltern unter stellen. Halt die wichtigsten Sachen, die ich behalten möchte: meinen Küchentisch, einen Kleiderschrank, ein paar Bücherregale. Anderes wird wohl auf dem Sperrmüll landen und tja der Rest, kann vielleicht auch verkauft werden?
Nur Loswerden ist natürlich auch nur die halbe Miete. Der Rest meiner Sachen muss eingepackt und verstaut werden. Miris altes Kinderzimmer ist jetzt wieder frei, seit sie nicht mehr unterwegs ist und dort kann ich einen Teil meiner Sachen lagern. Auch Miri und Jannis haben angeboten ein paar Kisten bei sich zu lagern. Ich habe also genug Unterstützung. <3 Hoffentlich passt das dann auch..
Miris Umzugskartons sind seit kurz vor Weihnachten bei mir und müssen nur noch befüllt werden. Allerdings stellt sich mir jetzt noch eine Frage: Mit was? Brauche ich meinen ganzen Kram wirklich? 70m2 haben fleißig - und natürlich ohne meine Unterstützung - Zeug angesammelt in den fast 9 Jahren in dieser Wohnung. Unglaublich. 

Als hätte Netflix gewusst was bei mir abgeht (die horchen bestimmt wie Facebook mein Handy ab), wurde mir im Januar eine Serie vorgeschlagen:

Tidying Up - with Marie Kondo

Und tja, als Medienjunkie habe ich mir natürlich direkt die erste Folge reingezogen. Erster Schock: Wie, die räumen das Haus nicht an einem Tag auf? :D Bei Tag 25 habe ich meine Pläne dann noch mal umgeworfen und das Ausmisten vorverlegt.. Aber der Rest war tatsächlich ermutigend. Mit ein bisschen System und Mut Sachen wegzuwerfen, ist keine unlösbare Aufgabe. 
Und ich mag es mich von meinem Kram, den ich wegschmeiße, zu verabschieden. Sehr japanisch. :D

Das läuft also und ich bin noch zuversichtlich, dass ich das bis zum Auszug alles schaffen kann. 


Bald in Bangkok

Ein kleines Update zu meiner Arbeitssituation: Ich habe diese Woche den Vertrag unterschrieben, dass ich für ein Jahr beurlaubt bin. Also keine Arbeitslosigkeit, wenn ich wieder komme. ;) Das ist doch auch schon mal ein Grund zu feiern. 

Und: Flug gebucht! Ich komme nur 20 Minuten vor Insa in Bangkok an, wodurch wir gemeinsam zum Hostel fahren können. Wie perfekt ist das denn? <3 Lustig wird allerdings, dass wir beide Jetlag haben werden - in unterschiedliche Richtungen. :D

Freitag, 15. Februar 2019

Bester Plan der Welt...

....oder wie wir unsere Reise "planen".

Februar. Denn auch das muss man ja irgendwann tun. Planen. Natürlich nur um die Vorfreude zu steigern, weil der Rest kommt dann spontan und eh ganz anders als gedacht.
Also ist eigentlich das einzige, das Insa und ich momentan machen, alles was sich cool anhört und auf unserer vorraussichtlichen Länderroute liegt, in unseren WhatsApp-Chat zu posten, uns zu freuen und es dann in einem Jahr parat zu haben, falls wir Anregungen brauchen. Ich wüsste keine bessere Methode.

Damit ihr einmal seht wie unglaublich gewissenhaft wir recherchieren und planen, ein kleiner Auszug aus unserem WhatsApp-Chat (Dezember):

Insa: "Übrigens hat "best place to be today" gestern wieder gesagt wir sollen nach Indien für Tiger <3
*Foto des Artikels mit einem umkreisten Satz: They're known to have an appetite for humans, but are typically shy..."
Ich: "Yes! Na dann machen das doch einfach :D What? Die fressen Menschen? Meine Mama ist ja nicht begeistert von Indien, aber dass wir dort dann nicht überfallen sondern von Tigern gefressen werden, das hat sie vermutlich nicht gedacht"
Insa: ":D ich hoffe uns passiert nix von beidem. Und klar muss man da sicherlich vorsichtiger sein als in anderen Ländern aber wir reisen ja nicht zum ersten Mal und mit genug Recherche mach ich mir da nicht so viele Sorgen ;)"
Ich: "Ich auch nicht, man muss sich halt nicht dumm verhalten. Das werden wir schon hinbekommen"
Insa: "Und wir sind ja auch zu zweit. ;)"
Ich: "Eben! Alleine wäre auch wieder was anderes. Aber so kann ich dich zum Tiger schubsen und wegrennen :'D"
Insa: "Dann reite ich auf dem Tiger hinter dir her und du rennst dann aus Angst vor uns vor nen Zug... ...oder so :'D #vollrealistisch"
Ich: "Klingt auf jeden Fall nach einer guten Geschichte, die man später erzählen kann :D"
Insa: "Eben. Glaubt uns zwar keiner, aber wir können ja noch nen Selfiestick kaufen und alles filmen"
Ich: "Dann können wir das go pro Video an Red Bull schicken und werden berühmt"
Insa: "Genau und reich"
Ich: "Und können für immer reisen. Bester Plan der Welt!"
Insa: "Kann gar nix schief gehen. Auf nach Indien :D"

Und so entstand der beste Plan der Welt.

Frei nach dem Motto:

Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn't do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails. Explore. Dream. Discover.
- H. Jackson Brown Jr., P. S. I Love You

Erforsche. Träume. Entdecke.
Genau das werde ich machen. Träumen tue ich schon jetzt und ich kann es kaum noch erwarten!

Auch wenn wir keine Go Pro dabei haben werden, freue ich mich schon riesig auf die Erlebnisse und Fotos, die wir machen werden. Der einzige Plan, den wir brauchen ist, dass wir uns an einem bestimmten Tag treffen und der Rest wird sich geben. Da Insa ihren Flug nach Bangkok schon gebucht hat, wird es der 1.8. sein. Weniger als ein halbes Jahr von jetzt an. Wie die Zeit schon wieder verfliegt - bald werde ich packen müssen. Es wird ein Fest! <3

Außerdem waren wir schon immer Profis, also werden wir ganz sicher berühmt. ;) Es fing in unserer Schulzeit an und ich bin überzeugt davon, dass man mit dem Alter nur Awesomeness dazugewinnt.
Auf diesem Foto sind wir mit Vollspeed durch die Nacht gedüst - legendär:


Und jetzt, wo wir beide endlich das Erwachsenenalter erreicht haben (haha), muss es gut werden.

Dieses Jahr habe ich groß gefeiert. Wenn man weiß, dass man geht, will man noch einmal alle Möglichkeiten nutzen, um Familie und Freunde zu sehen. Denn trotz der Freude zu gehen, muss man auch einen Grund haben, um wieder zu kommen. Danke, dass es euch gibt und dass ihr der Grund seid, warum ich wieder nach Hause kommen werde - der Grund, warum ich überhaupt ein Zuhause habe. :)



Auf die nächsten 30 Jahre mit euch! :*

Auch, wenn ihr ab Ende Juli nur noch digital an meinem Leben teilhaben könnt. Ich freue mich allerdings über jeden Besucher in der Zeit. Nur bitte bedenkt: Das mit dem Planen nehmen wir nicht so genau, also am besten Zeit und Geduld mitbringen und dann wird es zu einem unvergesslichen Erlebnis. Das verspreche ich. ;) Hehe.

Donnerstag, 29. November 2018

Packen muss gelernt sein und ob ich das kann wird sich noch zeigen :D

Mein Gepäck für 3 Wochen Afrika - was brauche ich dann erst alles für ein Jahr?!?

November. Nicht einmal mehr ein Monat bis Weihnachten. Langsam mache ich mir Gedanken um Geschenke. Ich selbst wünsche mir nicht viel, denn nächstes Jahr werde ich hoffentlich nicht viel mit mir herumschleppen. Nächstes Jahr.
Auch wenn das Abreisedatum noch über 6 Monate hin ist und nicht einmal der genaue Termin steht, steigt die Vorfreude. Und ich befinde mich auch schon in der Planungsphase.

Denn damit es am Ende nicht so (Bild) aussieht und man monatelang Sachen mit sich herum schleppt, die man gar nicht braucht, sollte man vorher ein wenig planen. Ungefähr drei Millionen Seiten (grob geschätzt) im Internet helfen dabei - mit Listen, guten Tipps, noch besseren Tipps und noch mehr Listen. To-Do-Listen und Packlisten. Listen über Listen. Was man auf keinen Fall machen darf und was man nieeeemals vergessen dürfte, sonst tot. Oder so ähnlich.

Mein Vorteil, ich habe das schon einmal gemacht vor 3 Jahren und dazu kann ich sagen: Aus Fehlern lernt man (hoffentlich). Und: Nichts ist unkäuflich, schon gar nicht in Asien. Also entspann dich, Mareike. ;) Weniger ist mehr und weniger ist auf jeden Fall weniger auf dem Rücken.

Wer nicht vor hat sein eigenes Campingequipment mitzunehmen spart sowieso unheimlich viel Platz und Gewicht, also muss man nur darauf achten, den gesparten Platz nicht mit unnötigem Kram vollzupacken. Was ich mir von der letzten Reise gemerkt habe: Lass Platz für Kochsachen, wenn du gerne im Hostel für dich selber kochst. Sonst muss man schnell eine zusätzliche Tasche für Gewürze, Reste und schon eingekauftes, aber noch nicht gekochtes Essen mit sich herum tragen. Ja, habe ich schon gemacht. Nein, macht keinen Spaß. Und vergessen tut man die zusätzliche(n) Tasche(n) leider auch recht schnell.

Aber irgendwie macht es ja auch Spaß für so etwas tolles wie eine Reise einzukaufen. Für die Vorfreude. Und es gibt einfach so viele kleine Helfer, die schon irgendwie cool sind, aber braucht man die wirklich? Vermutlich nicht, aber was soll's, wenn es dich glücklich macht, hat es sich doch schon gelohnt. ;)

Also plane ich jetzt schon für etwas das noch ein wenig auf sich warten lässt:

Organisatorisches:
Leider mehr als man denkt, besonders wenn man in einer eigenen Wohnung lebt...

- Wohnung kündigen, ausziehen, Sperrmüll, Sachen unterbringen & ummelden (Post geht wieder an meine Eltern, die kennen das schon - dankeeee)
- Adresse ändern bei jedem, der dir Post schickt (Versicherungen, Bank, etc.), Nachsendeantrag stellen (falls nötig und gewollt)
- Sich gegen alles und jeden Impfen lassen (manche Impfungen dauern länger als man denkt, also vorher schlau machen... allerdings gibt es immer noch keine Impfung gegen Idioten *seufz*)
- Steuererklärungen zumindest so weit auf Stand haben, dass man sich nicht direkt darum kümmern muss, sobald man wieder da ist (natürlich mein Lieblingspunkt)
- Arbeit frei nehmen oder kündigen *hihi*
- Auslandskrankenversicherung abschließen und die normale kündigen
- Kreditkarten beantragen, Geld tauschen, Reiseschecks holen - je nachdem was man so haben will
- Verträge kündigen: Handy, Telefon/Internet, Vereine, Strom, etc. (warum habe ich so viele Verträge???)
- Hinflug buchen *yay* (besser ist das, dann weiß man zumindest auch wann es los geht)

Packliste:
Ich zähle jetzt nicht jede Socke auf, aber ein paar Sachen dürfen einfach nicht fehlen.

- Reisepass / Führerschein (möglicherweise international) / andere Dokumente & Kopien von allem (ist klar)
- Steckeradapter (ich habe einen wirklich tollen) und Ladekabel
- Wanderschuhe
- Sonnencreme & Mückenschutz
- mein Messer
- Reiseapotheke (dazu später mehr)
- Taschenlampe & Feuerzeug
- Kamera & Wechselakku (& Ladegerät)
- Vorhängeschlösser
- Ohrstöpsel
- Gewürze^^ und mein Göffel (bestes Teil der Welt)
- Tagebuch, Schreib- und Malkram
- Bloß nicht zu viel Kleidung - wer also ein Problem damit hat ein Jahr mit nur 2 Hosen zu verbringen, hat ein Problem. :D


Grundsätzlich hat ja jeder seine eigene Meinung zu allem (wuhuu, wen wundert's?) und das ist auch ok und bei Packlisten nicht anders. Anstatt sich also auf die Meinung von anderen Leuten zu verlassen, die möglicherweise ganz anders reisen, andere Prioritäten setzen oder einfach verrückt sind *Schulter zuck*, sollte man sich lieber fragen, was man selbst braucht.

Schaut man sich zum Beispiel das Thema "Erste Hilfe / Notfallapotheke" an, dann findet man lange Listen an Medikamenten und sonstigem Kram, den man unbedingt mitnehmen MUSS. Meiner Meinung nach ist das meiste davon Schwachsinn.
Fast immer werden Blasenpflaster genannt und jemand, der schnell Blasen bekommt, sollte sich die auch auf jeden Fall einpacken, aber ich habe das letzte Mal nicht eines gebraucht. Zur Not tut es auch ein normales Pflaster, bis man wieder zurück in der Zivilisation ist. Und das ist der springende Punkt. Wer nicht gerade wochenlang auf einsamen Wanderungen ist, der braucht fast gar nichts mitnehmen.

Klar, in Asien bekommt man sicher des öfteren gefälschte Pillen und sollte vorsichtig sein, aber wozu braucht man diese kleinen Drogen denn wirklich? Wie viel nehme ich in Deutschland ein (quasi nichts) und wieso sollte das nun an einem anderen Ort anders sein?

Ein paar kleine Beispiele:

- Schmerztabletten: wer will kann sie mitnehmen, aber ich nehme eh keine.
- Durchfalltabletten: auf jeden Fall praktisch, aber auch kein muss (außer wenn man wirklich muss xD).
- Malariaprophylaxe: Haben wir beim letzten Mal mitgehabt und nicht benutzt. Ich bin mir auch nicht sicher, ob die Nebenwirkungen die Einnahme wirklich rechtfertigen.
- Pflaster: Sehen auf jeden Fall badass aus, wenn man die bunten nimmt!
- Alles andere: Gewicht auf deinem Rücken. ;)

Ein kleines Notfallpack zum Verbinden, aber klein genug, um es immer dabei zu haben, kann auch praktisch sein. Wenn man allerdings nur Städtereisen macht oder in Reisegruppen unterwegs ist, braucht man nicht einmal das. Die Welt da draußen ist kein böser Ort, der nur dazu da ist dir weh tun zu wollen. Es ist ein wundervoller Ort mit Menschen, von denen die meisten tatsächlich um einiges hilfsbereiter sind als die Menschen in Deutschland. Shame on you - macht es besser.

Erste Hilfe zusammengefasst: Es sollte so wenig sein, dass du es auch auf eine Wanderung mitnehmen würdest. In einem Hostelzimmer bringt es nicht so viel, wenn du woanders bist.
Wir hatten letztes Mal viel zu viel mit. Klar, wenn man es hat, ist es cool, aber war es wirklich nötig das alles mitzuschleppen? - Nein. Eher nicht.
Es gibt sogar Leute, die vorschlagen, dass man seine eigene sterile Spritze mitnimmt, damit man eine saubere hat, falls nötig. Ich frage mich nur, ob ich die auch tatsächlich gerade bei mir hätte auf meinem Strandspaziergang, wenn ich so schwer verletzt werde, dass ich ins Krankenhaus muss.. Tsunami, Haiattacke, Kokosnussunfall, Raubüberfall - die Geschichte wird auch ohne Spritze spannend.

Funfact: Ein Skalpell geht durch jede Flughafensicherheitskontrolle und kann im Handgepäck mitfliegen. Getestet in Deutschland, Asien, Australien und Südamerika. :D


Brauche ich das alles? - Neeein.       Habe ich noch mehr? - Jaaa.