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Samstag, 28. Dezember 2019

Weihnachten in Nepal


We could just go home right now
Or maybe we could stick around
For just one more drink, oh yeah
Get another bottle out
Lets shoot the shit
Sit back down
For just one more drink, oh yeah

Here's to us
Here's to love
All the times
That we fucked up
Here's to you
Fill the glass
Cause the last few days
Have kicked my ass
So lets give em hell
Wish everybody well

Here's to us

Halestorm - Here's To Us

Hässlichsten Weihnachtsbaum der Stadt gefunden (und da gab es einige, die sich qualifiziert haben für den Titel) 

Plötzlich war Heiligabend. Also noch nicht Abend und auch eher nicht heilig, aber immerhin der 24.12. ;) Irgendwie hatten wir doch darauf gewartet, auch wenn es der merkwürdigste Weihnachtstag meines Lebens werden würde. :) 

Wie setzten unsere Weihnachtsmützen auf und gingen lecker frühstücken. Und weil wir ja keinerlei Verpflichtungen hatten, kauften wir auf dem Rückweg einen Wein auf dem "decent wine" drauf stand (sonst hatten wir immer den "divine wine", aber decent ist sicher auch gut^^). Damit verzogen wir uns auf die sonnige Dachterrasse und tanzten mit Blick auf den wunderschönen Fishtail.

Fishtailsuchbild (Mein Handy macht die Berge im Hintergrund immer blasser als sie eigentlich sind) 

Funfact: Der Berg ist noch nie bestiegen worden, weil es ein heiliger Berg ist, was ich durchaus verstehen kann. Manche Berge haben einfach eine besondere Form und Ausstrahlung, etwas magisches.


Irgendwann beschlossen wir unsere Bescherung zu machen. Insa telefonierte mit ihren Eltern und packte deren Geschenke aus und dann überreichten wir uns gegenseitig unsere neuen Kopfhörer (irgendwie sind in den letzten Wochen unsere alten kaputt gegangen..) und viel Schokolade.

Der Hunger trieb uns wieder an den See, wo wir uns ein kleines und spätes Mittagessen gönnten. Es ist einfach entspannt dort, selbst im Winter, wenn es schon früh kühl wird.
Ich telefonierte auch endlich nach einem letzten Perky Beans Milchshake mit meiner Familie *winkewinke* und schaute beim Baumschmücken zu. Komisch nicht dabei zu sein, aber ich freue mich schon auf nächstes Jahr! <3

Ist ja sehr ähnlich alles ;)

Abends trafen wir uns mit einem Kumpel, Nobel, den wir vor zwei Tagen kennen gelernt hatten, zu einem Glühwein - und der war echt gut! Der Glühwein, nicht der Kumpel. Da man Glühwein hier nicht einfach im Laden kaufen kann, war dieser mit Gewürzen und Orangen frisch gemacht worden für uns. Yay.
Nun zogen wir noch mit ein paar Leuten aus seinem Hostel durch die Geschäfte, denn die wollten am nächsten Tag in die Berge - wandern gehen - und brauchten noch Snacks und Kram. Ich wünsche viel Spaß. Ich habe mir dort vor zwei Monaten schon den Arsch abgefroren und mit Schlafsack im Gemeinschaftszimmer gehockt, aber ist ja nur Winter jetzt. :P Der Thorong La Pass ist übrigens auch seit 1-2 Wochen gesperrt. Zu viel Schnee.

Ein wenig später: Die meisten der Wandergruppe waren zurück zum Hostel gegangen..
Ich weiß nicht wie es Nobel in den nächsten Minuten schaffte mich so unglaublich zu nerven, aber ich brauchte erstmal ein Bier und ein Ami, Lucas, der etwas besorgt war beim Trinken auf der Straße, schloss sich an. Immerhin entschuldigte Nobel sich am nächsten Tag uns alle genervt zu haben.. 
Als wir so da saßen, sprach uns plötzlich noch ein Lukas an, diesmal ein Deutscher und wir beschlossen alle zusammen noch was trinken zu gehen. Wir landeten im Bohemian Rhapsody und gönnten uns den Rest eines Konzertes. Die Musik war gut, Insa und ich tanzten und zwei der Jungs spielten Pool. Leider kamen wir auf die glorreiche Idee zu dem härteren Rock zu headbangen, was wir am nächsten Tag etwas bereuten. Nackenschmerzen.

Deutscher Lukas und Freddy :D

Erst spät kamen wir zurück nach Hause und ich telefonierte noch einmal mit meiner Familie. Die letzten Geschenke wurden gerade ausgepackt. Gegen 4 Uhr endete dann auch mein Tag und man kann sich vorstellen, dass wir am nächsten Tag nicht wahnsinnig viel machten.

Abends trafen wir uns noch mit dem deutschen Lukas und wollten eigentlich ins Disneyland, aber unser Essen ließ 2 Stunden auf sich warten (ein komischer Typ hatte Gold geklaut und die Polizei war da - es zog sich alles) und so hatte das Gelände schon geschlossen. Ich war allerdings eh viel zu voll, um mich noch großartig zu bewegen. Ich kann es nicht oft genug sagen: vegetarische Burger sind hier der Hammer! Paneer-Spinach-Cheeseburger, ich werde dich vermissen.

Am nächsten Tag verließen wir Pokhara vorerst zum letzten Mal. Ein bisschen weinte ich ja schon innerlich. 
Die wunderbare Zeit in Nepal neigt sich ihrem Ende entgegen. 

Um allerdings noch ein paar letzte Highlights mitzunehmen, fuhren wir nun nach Süden in die grobe Richtung Indischer Grenze, um dort zunächst in Tansen / Palpa anzuhalten. Ein allerletztes Bergdorf. Grüne Hügel, steile Straßen und Sonne. :) 



Wir ließen die Touribusse Touribusse sein und fuhren ab Pokhara nur noch mit den local Bussen, was nicht viel länger dauert, aber um einiges billiger ist.
Jetzt mussten wir nämlich mit unserem Geld haushalten, nachdem wir alles grob durchgerechnet und ein letztes Mal Geld abgehoben hatten. Aber ca. 2 Euro pro Essen war in dieser Gegend mehr als genug. Ein Euro wäre sogar genug gewesen, ein Hoch auf wenig touristische Orte.

Hanuman


Tansen hat außer süßen alten Gassen, ein paar schöne Tempel und einen Watch Tower mit einer 360°-Sicht auf die Umgebung zu bieten. Bei klarem Wetter kann man einen großen Teil der nepalesischen Berge von hier sehen. Von dem Dhaulagiri im Westen über die Annapurna-Berge und Fishtail bis rüber zum Manaslu im Osten. Es war zwar etwas diesig, aber die Bergspitzen konnte man trotzdem am Horizont sehen. Es ist verrückt, dass sie immer noch so groß erscheinen wie in Pokhara, obwohl wir hier nun doppelt so weit entfernt sind. 




Wir hatten tollstes Wetter, einen entspannten Tag und schauten uns nachmittags noch das Museum hier an. Wir werden noch zu richtigen Museumsgängern. 


180° der 360°-Sicht (Norden)


Da Tansen ziemlich weit im Süden des Landes liegt, hatten in dieser Gegend auch Kämpfe gegen die Briten stattgefunden. Aber mal ehrlich: Welcher Vogel in England hat sich gedacht, dass es eine gute Idee ist Nepal anzugreifen? Natürlich haben sie ein paar schmerzhafte Niederlagen mit hohen Verlusten eingefahren. Ich wäre nicht so blöd gewesen jemanden anzugreifen, der auf einem Hügel sitzt und nur darauf wartet, dass ich vollkommen fertig dort oben ankomme, um mich dann abzuknallen. War mit Sicherheit ein Mann. :P



Ich hoffe ihr hattet alle schöne Feiertage und genießt die Zeit bis zum neuen Jahr! Für uns wird das ziemlich spannend werden, denn geplant ist es am 30. über die Grenze zu fahren. Indien wird sicher ein Schock werden.

Jetzt sind wir gerade in unserer letzten Station vor der Grenze: Lumbini, dem Geburtsort Buddhas. 

Donnerstag, 26. Dezember 2019

Beste Aussichten auf die Berge

Ask yourself now

Where would you be without
Days like this
When you finally collide
With the moment you can’t forget

Amaryllis - Shinedown


An unserem letzten Abend in Chitwan crashten wir aus Versehen eine Geburtstagsparty, denn der Junge, der als zweiter Guide zu unserem Ausflug mitgekommen war, ist 17 geworden und das wurde von allen Angestellten im Hotel gefeiert. Er war übrigens der Typ, der in dem Gras-Bild vom letzten Blog so hoch motiviert guckt. :P
Wir wollten eigentlich nur zu Abend essen, bekamen aber dann etwas von deren Essen (Hühnercurry mit vielen Knochen - Insa bekam Omelette) und verdünnten Reiswein eingeschenkt. Schmeckte mit Saft sehr lecker. Und so blieben wir. 
Eine Gitarre wurde raus geholt, danach wurde Musik über mein Handy abgespielt. Wir sangen und irgendwann tanzten wir. Konversationen waren schwierig, aber alle versuchten sie ein wenig Englisch zu sprechen. Nach und nach gingen die Nepalis jedoch, weil sie - glaub ich - lieber unter sich in Nepali reden wollten und so waren Insa und ich irgendwann alleine und tanzten zu unserer Playlist. :D So kann man sich auch verabschieden. 

Tschüß wunderbares Chitwan. 
Tschüß Nationalpark. 

Von Chitwan aus fuhren wir nur 25km zurück in die nächst größere Stadt, die Narayangardh geschrieben, aber in etwa "Na-ran-gar" ausgesprochen wird. Wir waren am Tag zuvor ordentlich ausgelacht worden, als wir versucht hatten denen klar zu machen wo wir hinwollten.

Narayangardh hatte nicht wirklich irgendwas spannendes zu bieten, außer Hotels und Guest Houses, was der Grund für unseren zweitägigen Aufenthalt dort war. Unser Guest House fanden wir allerdings nur, weil wir unseren TukTuk Fahrer dort anrufen ließen. Das Haus hatte absolut kein Schild aushängen, an dem der Name gestanden hätte. Nicht mal auf Nepali. Kann man halt machen. Wenn dann auch noch die Lage auf der Karte ungenau ist,...


Naja, wir fuhren dann ins benachbarte Devghat, das keine Hotels hat. Dafür aber viele Tempel und zwei heilige Flüsse zwischen denen es liegt. Es war schöner Sonnenschein, während wir die Tempel, das Dorf und den Fluss erkundeten. Wir ließen uns für ein paar Cent mit dem Gummiboot auf die andere Seite schiffen, zurück ging es über eine lange Hängebrücke.


Es war nett dort. Viele alte Menschen lassen sich in diesem Dorf nieder, um dort ihren Lebensabend zu verbringen. "Sie kommen zum Sterben dorthin" klingt vielleicht ein bisschen drastisch. Naja, ihr wisst was ich meine. Wir sahen ein paar Gläubige? Mönche? Auf jeden Fall Hindus in bunten Klamotten und Dreadlocks und ich muss zugeben, dass das echt nicht sehr sexy aussieht. :D An alle Männer, die das hier lesen: Wer auch immer euch sagt, dass Dreadlocks an euch gut aussehen könnten - glaubt ihnen nicht. Danke.

So, da ich mir das nun von der Seele geredet habe, kann es weiter gehen. ;)

Auf diesem Bild versteckt sich ein Affe. :)


Narayangardh war nur ein kleiner Zwischenstopp gewesen, dafür ein sehr interessanter. Mit quasi keinen westlichen Touristen dort, zahlten wir nämlich auch nur lokale Preise und kamen ziemlich billig dabei weg. Besonders bei den Busfahrten.


Unser nächstes Ziel war Gorkha, wo wir uns für drei Nächte in einem wirklich schönen (und billigen) Hotel einquartierten.
Zu Gorkha muss man wissen, dass Nepal und Gorkha einmal ein Synonym waren. Die Umbenennung von Gorkha zu Nepal ist erst im 20. Jahrhundert passiert. 
Diese Region war einmal das Herz des Königreiches gewesen und von dort wurden immer mehr Provinzen eingenommen, bis Nepal Nepal wurde. Irgendwann wurde die Hauptstadt nach Kathmandu versetzt, aber Gorkha und besonders die Menschen, die sich auch heute noch als Gorkha bezeichnen, sind sehr stolz auf ihre Geschichte. Als furchtlose Kämpfer bekannt, kämpften sie in erster Reihe im Weltkrieg unter englischer Flagge. In Bhaktapur sahen wir an einem Geschäft, das Gorkha-Messer verkaufte, einen Zeitungsartikel "Gorkha tötet alleine 30 Taliban" (plus Auflistung der Waffen, Munition und wieviele Handgranaten er geworfen hat...). Trauriger Weise ist der Wikipedia-Artikel zu den Gurkha (Einheiten der indischen und britischen Armee) sehr viel länger als die Artikel zu Gorkha oder Nepal selbst. Traurige Welt. 

Endlich wieder Berge gesehen! Und Weihnachtsmützen in einem kleinen Geschäft in Gorkha gefunden. Yay! 

Gorkha liegt zwischen Pokhara und Kathmandu auf etwa 1.100m Höhe in schöner hügeliger Landschaft mit einem tollen Blick auf die Manaslu-Bergkette. Der Manaslu ist um weniger Meter kleiner als der Dhaulagiri und somit der 8. höchste Berg der Welt. 
Ich gönnte mir am Nachmittag schon einen ersten kleinen Blick auf die Umgebung, nachdem der Nebel vom Mittag sich verzogen hatte.

Am nächsten Tag erkundeten wir dann die Burg (alter Königspalast) oberhalb der Stadt mit den tollsten Ausblicken, die man sich vorstellen kann. Tempel auf der alten Burganlage zwangen einen teilweise barfuß zu laufen und so ließen wir die Schuhe gleich aus. Die Sonne erwärmte die Luft auf über 25°, die Steine waren jedoch noch kühl von der Nacht.
Affen bewohnten die Burg und einer versuchte mir ein Stück süßen Reiskuchen zu klauen, den mir ein Mönch dort gegeben hatte. Ich sage Kuchen, aber das Teil war steinhart. Ich aß es trotzdem auf - wichtig: nur mit der rechten Hand anfassen - könnte ja heilig oder so gewesen sein.


Wir blieben lange dort oben in der warmen Sonne auf einer Bergkuppe schwimmend in einem Nebelmeer. Palmen vor weißen Bergen. Terrassenförmige Felder und kleine Bergdörfer. Kleine Sehnsucht nach den Bergen und Wanderungen.


Nach dem Mittagessen gönnten wir uns noch etwas Kultur und gingen ins Museum, das in einem schönen Garten lag.


Leider hatten wir am nächsten Tag kein schönes Wetter mehr, die Wolken lagen bis zum Abend in der Stadt und so machten wir nicht wirklich was. Abends saßen wir noch mit unserem Gastgeber undein paar anderen Leuten um eine große Feuerschale auf der Dachterrasse herum. Sehr weihnachtlich. Wir hatten unsere Weihnachtsmützen auf und machten ein bisschen Musik an.

With a thousand memories
I take look at the driver next to me
He's just the same
He's driving home, driving home

Driving home for Christmas - Chris Rea

So eingestimmt ging es zurück nach Pokhara, wo wir die Tage bis Weihnachten verbringen würden. Wir haben nachgezählt.. Am Ende werden wir insgesamt ungefähr einen Monat in dieser Stadt gewesen sein. Upsi. Das war so nicht geplant gewesen. :D
Da wir aber keine Freunde mehr hier hatten, nutzten wir die Zeit endlich mal, um was zu unternehmen.

Spätes Frühstück und dann eine Runde Autoscooter im Disneyland. Die Sonne schien warm und so schlug Insa einen kleinen Spaziergang vor. Vielleicht ein bisschen am See entlang. Gesagt getan. Wir verliefen uns in ein paar Feldern am See, weil wir nicht an der Straße laufen wollten - nasse Schuhe beim Hopsen über Bäche (gut, dass meine wasserfest sind) und ein böse schnaubender Büffel (gruselig). Dann kamen wir durch ein süßes Dorf, das sich "Happy Village" nannte.


Aus irgendeinem Grund drehten wir nie um und so ging es immer weiter am See entlang. Gegenüber von Pokhara war eine flache Marschlandschaft mit vielen Feldern, auf denen gerade das Stroh gebündelt wurde. Ein Pfad verband beide Seiten des Tals und führte durch diese Feldlandschaft. Eine Gruppe kochte in riesigen Töpfen, daneben lief laute Musik und Menschen tanzten. Dann Büffel und die Haufen von Stroh. Zusammengetragen, dann wurde es paketweise auf die Rücken geschnallt und zu den Dörfern getragen.

Die Büschel, die da laufen, sind Menschen


Die Berge im Hintergrund und der See auf der anderen Seite vervollständigten die Szenerie.


Auf der anderen Seeseite war Wald, kühler Schatten und Berge. Es ging hoch und runter und wir trafen nur vier Menschen auf dem etwa dreistündigen Weg. Die Aussichten auf den See wurden immer besser. Irgendwann landeten wir an einem Aussichtspunkt kurz vor der Peace Pagode mit Sicht auf diese, den See und Pokhara dahinter. Irgendjemand hatte den Aussichtspunkt "probably the most beautiful viewpoint in the world" genannt. Naja. ^^


Wäre es in den Bergen nicht so diesig / wolkig gewesen, hätte man im Hintergrund jedoch auch noch die schneebedeckten Annapurnaberge sehen können. Dann hätte ich vielleicht zugestimmt. Mein Lieblingsberg, den Machhapuchre (oder "Fishtail") konnten wir so natürlich auch nicht sehen.

Da die Sonne sich langsam dem Horizont näherte und wir auch schon knapp 23km gelaufen waren, beschlossen wir bei der Peace Pagode hinunter zum See zu laufen und uns zur Lakeside zurück rudern zu lassen. Zu Fuß wären wir im Dunkeln in Pokhara angekommen.
Die beste Pizza bei Godfather's hatten wir uns nach dem Tag und dem ausgefallenen Mittagessen wirklich verdient.


Am nächsten Tag liehen wir uns einen Roller - Diggy - aus, um die Umgebung von Pokhara zu erkunden.
Ich fuhr als erstes, Insa hinten drauf. War auch alles ziemlich entspannt bis wir von der Hauptstraße abfuhren, um zu einem Viewpoint zu gelangen. Die "Straße" wurde immer schlechter und steiler, man musste um große Steine und Löcher herum manövrieren und ähm ja, da das meine erste Fahrt mit Gewicht hinten drauf war, stellte ich mich auch nicht wahnsinnig geschickt an. Aber wir bauten keinen Unfall und als Insa fuhr, war sie auch nur ein bisschen besser. Einmal schafften wir es das Vorderrad abheben zu lassen. An anderen Stellen musste der hinten drauf sitzende absteigen, weil der Motor die Steigung nicht schaffte und durch den plötzlichen Matsch fuhr man auch besser alleine. 
Irgendwann ließen wir den guten Diggy stehen und gingen zu Fuß weiter. Waren ja nur noch etwa 500 Höhenmeter. Pff. Die Aussicht war dann immerhin wirklich schön und ich war überrascht wie groß Pokhara war. Die Stadt erstreckte sich in alle Richtungen im Tal um die Berge herum. Vor 30 Jahren hatte Pokhara wohl nur wenige 1000 Einwohner gehabt, es ist verrückt wie schnell sich hier alles verändert. Und immer noch wird überall gebaut. 


Unser nächstes Ziel war das 25km entfernte Begnas Tal mit wunderschönem See, um den wir durch die Hügel herum cruisten. Wir waren halt die coolsten. Äh, und so. 


Uns war der Nachtisch "Hello 2 Hakunamatata" empfohlen worden und so fuhren wir zu dem Restaurant am See und aßen dort. Und was soll ich sagen? Das Teil war ein Traum! Und so groß, dass wir froh waren uns eins zu teilen. Eine Variante des indischen Hello to the Queen. Das werde ich da ganz sicher mal probieren! Mmhhhh! 


Und so vergingen die Tage... Leckeres Essen und unser geliebtes Pokhara. Weihnachten stand vor der Tür. :) 



Freitag, 29. November 2019

Pokhara being.. Pokhara

There's no one else but us around
Let's make some noise

In this abandoned amusement park
We come to life when it turns dark
We're just Carnival Hearts
You and me

In a swirl of flashing lights
We're the lost ones in the night
Got our fingers intertwined
Wild and free

Oooh oooh
Don't turn off the stars

Oohh ooooh
We got Carnival Hearts


Kayla Diamond - Carnival Hearts


Pokhara. 
Wir wussten noch nicht wie lange wir diesmal bleiben würden, ein paar Tage vielleicht. Entspannen, viel essen. Dass es 8 Nächte werden würden, überraschte uns dann doch wieder. Ups.

Und ich entschuldige mich schon einmal für diesen kurzen und wenig spannenden Eintrag, aber wir haben einfach nur hart gechillt. :D Ich musste schließlich auch irgendwie wieder gesund werden und Insa ging es zwischendurch auch nicht so super. Aber wenn ich jetzt wieder drei Monate krankheitsfrei bin, hat sich das gelohnt. :P 


Essen, Essen, Essen <3

Unsere Gasthauseltern waren natürlich sehr glücklich uns als beste Kunden wieder begrüßen zu dürfen (oder sie lieben uns einfach) und wollten unser Zimmer sogar upgraden, aber wir waren glücklich mit unserem Zuhause. Selber Raum, heiße Dusche und jeder wusste wo sein Kram hingehörte. :D

Mai hatte mittlerweile das Phänomen Pokhara auch kennen gelernt und war versackt, so dass wir uns direkt an diesem Abend mit ihr treffen konnten. Dabei hatte sie die Berge eine Woche vor uns verlassen. Hihi. 
Wir trafen uns auf: Milchshakes! Gott, wie hatten wir uns darauf gefreut!


Oreo Milkshake


Die nächsten Tage gingen genau so weiter.. Mark kam aus den Bergen zurück während Mai Rafting war, so dass wir wieder jemanden zum Mitschleppen hatten zu unseren kulinarischen Ausflügen. In den Bergen hatten wir nämlich eine Liste gemacht von Sachen, die wir essen wollten und die arbeiteten wir nun ab. Leider kamen auch immer wieder neue Sachen dazu, wenn man mal wieder einen Tipp bekam oder ein Angebot einfach zu gut war. Ganz schön schwer unser Leben. 
Wir gingen fett einkaufen im local Bhatbateni Superstore (Zahnbürste und Zahnpasta, Snacks, Schuhe für Insa, Kleber, sowas halt) und brachten unsere Wäsche weg. Das war irgendwie erstmal auch das einzig Produktive, das wir taten. Außer man zählt essen dazu.




Und dann war am 23.11. der große Tag! Unser zweimonatiges Jubiläum in Nepal! 

Also gingen wir mega lecker Frühstücken und danach ins Disneyland Pokhara. Mit Urheberrechten nehmen die Nepalesen das nicht allzu genau und so kamen wir in den Genuss dieses brillanten Vergnügungsparks. Jede Attraktion kostete 100 Rupien (80 Cent oder so) und so gönnten wir uns als erstes den Autoscooter. 
Jedes Auto spielte laut eigene Musik und so fuhren wir alleine in der Gegend herum, krachten ineinander und drehten uns bis uns schwindelig war. Es war so gut, dass wir uns später noch eine zweite Runde gönnten. Lachen und wieder Kind sein.




Die Sonne schien warm und so war die nächste Wahl das Riesenrad. Rostig und ein wenig quietschend wurde es als Achterbahnersatz genutzt. Das bedeutet: Höchstgeschwindigkeit an und gib ihm. Magenhüpfer und eigentlich 'ne schöne Aussicht, aber diese war immer direkt wieder weg, weil man so schnell unterwegs war. :D Nur in der letzten Runde hielten wir ganz oben einmal an.




Baustelle für das neue Legoland? Man weiß es nicht.. 

Höchst motivierte Mitarbeiter halten den Laden am Laufen und alles ist hier nach den neuesten Sicherheitsstandards gebaut. Es war übrigens bei den etwa 100km/h,die wir drauf hatten, gar nicht so einfach im Vorbeifliegen ein Foto von dem netten Jungen zu bekommen. ;) 


Nachdem wir das überlebt hatten, gönnten wir uns noch drei Versuche Bullriding. Tja, es wurde kein neuer Rodeo-Star geformt an diesem Tag. So viel ist klar. ;)






Lunch und leckere Lassis am See, danach noch einen Cocktail in der Sonne geschlürft. Danke, Pokhara, für die 24h Happy Hour Deals. :P




Dann nach Hause, ein bisschen entspannen und dann war es auch schon Zeit für's fertig machen. Divine Wine und Musik an. Perfekt.
Wir trafen Mai und Mark in einem Restaurant am See, wo wir vor einem Monat schon einmal gewesen waren. Und nach dem Essen war klar: sie erinnerten sich an uns. :D Sie spielten plötzlich die Lieder, die wir beim letzten Mal angemacht hatten und so übernahmen wir wieder das DJ-Pult (den Laptop). Jeder durfte reihum ein Lied anmachen, die Tanzfläche war eröffnet. Es kamen noch ein paar andere aus Mais Hostel und so wurde es eine lustige Gruppe. Weiter in einen Rock Club mit Livemusik und 80% Nepalis (männlichen), später ins Busy Bee, bis die irgendwann schlossen und uns raus warfen.
Das einzige, das noch offen war, war der Belgische Waffeln Stand, also wurde dort erstmal eingekauft.

So kann ein Abend doch enden! Würdiger Zweimonatstag!

Ich hatte auch früh genug damit angefangen Wasser zu trinken und somit am nächsten Tag keinen Kater. Wunderbest.






Und so verstrichen die Tage. Insa und ich besuchten endlich mal den Movie Garden, der am Hang lag und somit ein grünes, kleines Amphitheater mit Leinwand bildete. Man konnte Popcorn für 70 Cent kaufen und Kerzen erhellten die Wege.
Wir schauten uns Cast Away an und genossen den Abend. :)




Ganz schlau war auch unser Ausflug an einem Abend zu einem irischen Pub auf einem Hügel, von wo man die tollsten Aussichten auf Pokhara haben soll. Nunja, es war stockdunkel und wir mussten die Handytaschenlampen anmachen, um nicht im Pool oder sonst wo zu landen, aber die Lichter unten sahen tatsächlich nett aus. Wäre mit Sonne aber bestimmt schöner gewesen. Trotzdem ein übertrieben teures Guinness getrunken, wenn man schon mal dort ist. Ein Glühwürmchen schwirrte vorbei und wir tanzten im dunklen Garten zu unserer eigenen Musik. 




Ich ging mit Mark ins International Mountain Museum, denn Insa hatte keine Lust auf Museen, und bildete mich ein wenig über die Völker, die Berge, die Tiere und Pflanzen und Bergsteigen. Sie zeigten dort einen Film über den Everest Basecamp Trek und ich bekam krass Fernweh - obwohl ich mich im selben Land befand. Ich bin ein Trottel. :) Und ich wollte dahin! Es ist so wunderschön dort und die Landschaft auch wieder so anders als die Annapurna Region. Ich erkannte viel wieder von den Instagram Stories und Posts von Kamil, der gerade dort ist und eins ist 100%ig klar: Ich komme wieder und werde dann in dieser Region wandern gehen! <3

Unser nächster Termin ist es am 1.12. in Kathmandu zu sein, denn dann kommt Insas Freundin dort an und wir überlegten was wir bis dahin machen wollten. Pokhara oder nicht Pokhara? ^^ Wir gaben uns dann aber selbst einen Arschtritt und buchten einen Bus nach Bandipur. Sonst würden wir einfach für immer in Pokhara bleiben und fett und faul werden. :D Und das will ja niemand.

Außerdem wollen wir unser Visum verlängern und Weihnachten in Pokhara feiern, also ist dies kein Abschied für lange. Man kann es sich vielleicht denken: Wir haben uns ein bisschen in diese Stadt verliebt. Hihi.

Also, weiter geht's und bis bald! 

Mittwoch, 30. Oktober 2019

Versacken in Pokhara

Have you got, have you got, got, a heart full of dreams?
'Cause I got, yeah, I go, got a heart full of dreams

You feel it burning in your veins
'Cause once you're a dreamer, you're always a dreamer
The heart of yours will never change
'Cause once you're a dreamer, you're always a dreamer


Sleepless nights and days in pain
Keep on running for the light
Maybe we'll meet on the way
'Cause once you're a dreamer, you're always a dreamer


You're always a dreamer

Sunrise Avenue - Dreamer

Nach ein paar eher schlaflosen Nächten und ein paar hart anstrengenden Tagen in der Höhe in den Bergen, mussten die Menschen, die zu Freuden wurden, wieder getroffen werden!

Milchshaketime

Pokhara. Es fühlte sich an wie nach Hause kommen: Wärme, unser altes Zimmer, frische Klamotten, eine tolle Dusche, flauschiges Handtuch und all die tollen Plätze zum Essen gehen.
Das Wetter momentan ist auch einfach perfekt! Warme, sonnige Tage ohne Regen, aber keine schwüle Hitze, wie in Südostasien. In der Nacht kühlt die Luft angenehm ab, so dass ich perfekt schlafen kann. So könnte ich für immer wohnen! <3

Wir hatten auf der Busfahrt zurück nach Pokhara Vince, einen Neuseeländer, adoptiert und alle überlebt. Der Bus hatte nämlich nicht auf den Stau auf der Hauptstraße auffahren wollen und nahm einen abstrus schmalen Weg durch die Berge. Wir trafen zweimal eine Mauer mit der Seite des Busses, grüßen einen Haufen verwirrt dreinblickender Dorfbewohner und fielen an einem Wasserfall fast in die Schlucht. Vorsichtshalber sagten Insa und ich schon mal unsere letzten Worte: "ok, bye" (Zitat: Frozen, Do you wanna build a snow man?) Ich versaute es allerdings, als ich kurz danach meinte, dass da ja noch ein Meter Platz gewesen wäre. Aber das sind ja auch schöne letzte Worte.

In Pokhara liefen wir nun zu einem lokalen Supermarkt, der einfach ein mega Einkaufszentrum nur aus einem Laden war und deckten uns mit Snacks, Klopapier (und so) für die nächste Wanderung ein - in der Hoffnung die Snacks nicht vorher schon wegzumampfen. Danach belohnten wir uns mit einem Eis. Haben wir auch sehr gut gemacht! Hatten so viel Zeug, dass wir nun ein Taxi zu unserem Guest House nahmen. ^^


Die nächsten Tage wurden dann super entspannt. Wir trafen alle Freunde vom Trekking wieder, was ein paar super witzige Abende wurden.

Zu Pokhara muss man wissen: Direkt am See sind all die kleinen Restaurants mit 24h Happy Hour Deals. If you know what I mean. ;)
Der Rest der Innenstadt ist voll mit etwas fancigeren Restaurants und heftig guten Crêpes, einer German Bakery, den geilsten Milchshakes der Welt, belgischen Waffeln und allem dazwischen. Näher an unserem Guest House bekommt man sehr gutes, billiges lokales Essen, es war perfekt! Naja, die Leute wissen, was der ausgehungerte und bierdurstige Wanderer so will. ;)


Wir gingen am ersten Abend Billard spielen (ich verkackte es am Ende, weil ich zwar die schwarze Kugel versenkte, aber die weiße auch hinterher fiel) - mein Spielpartner, Mark (der Ire aus Khopra, den wir danach noch etwa 10x trafen), war aber nicht böse und so feierten wir uns trotzdem und tanzen im Busy Bee. Es waren noch Dilip, ein sehr betrunkener Nepalese, Vince und zwei andere Iren dabei. Eine lustige Gruppe und es gab super leckeres Knoblauch-Naan. <3




Einen anderen Tag fuhren wir zu dritt mit Vince auf den Fewa See heraus mit einem geliehenen Boot. Stundenlang paddelten wir in der warmen Sonne über das Wasser.
Ich ging schwimmen, während die anderen mir wegpaddelten (gut, dass ich die 500m oder so locker schwimmen konnte - danke Saskia für das viele Training und die gute Atemtechnik, man hat ja keinen Beckenrand zum Festhalten..) und wir hielten an jedem Restaurant für Pommes und Cider. Irgendwann wurden aus dem Cider Cocktails und als die Sonne langsam hinter den Bergen verschwand, machten wir uns auf den Rückweg.




Wir mussten uns schließlich abends wieder mit dem Clan treffen! Neben Mark kamen noch Aran (ein Australier) und Harry (ein brexitender Engländer) und Lucy (aus Prag) dazu, die wir alle im MBC kennen gelernt hatten und Harry und Lucy sind einfach die besten. Beleidigen sich dauern und drohen sich umzubringen. Es ist zu herrlich! Manche Menschen liebt man einfach schon nach den ersten Minuten. :D


Mark verließ uns dann, um wieder die Berge unsicher zu machen, aber da er den Circuit anders herum macht, werden wir ihn hoffentlich an einem Punkt wieder treffen. Mit den anderen Drei trafen wir uns am nächsten Morgen zum Crêpe Essen, später einem Milchshake, aus dem Harry zwei machte ("sugar is poison") und dann abends zum Dinner. So ein sozialer Stress! :D 

Zwischendrin besuchten wir mit Vince und Aran noch die World Peace Pagoda mit tollem Blick über den See, Pokhara und die schneebedeckten Berge hinter dem See. Wunderschön! Einen perfekteren Ort für eine Friedenspagode kann ich mir nicht vorstellen! Jeder Stress und Hass scheint weit weg und nichtig im Anblick der Annapurnaberge vor einem.



Das abendliche Dinner artete dann etwas aus als wir zu DJs mutierten und das Restaurant plötzlich ein Club mit tanzenden Menschen wurde. :D Ein paar junge Inder vom Nebentisch gingen dabei ziemlich ab. Gute Zeiten in Pokhara. ;)



Happy Diwali! 

Wir wollten auch eigentlich schon einen Tag eher wieder in die Berge aufbrechen, nachdem auch Harry und Lucy wieder gefahren sind, wir aber in einem Monat ein Treffen in Kathmandu verabredet haben.. Aaaaaber es war wieder mal ein mehrtägiges Hindufest am Gange: Diwali! Das Lichterfest! Alle Hotels hatten bunt leuchtende Lichterketten an den Fassaden hängen, die Stadt leuchtete.
Jeder Tag hatte ein anderes Motto: an dem einen wurden alle Hunde von den Straßen in die Häuser geholt, gewaschen, gefüttert und verwöhnt und mit Blumenkränzen und einem Tikka auf der Stirn geschmückt. Ein anderer Tag galt den Kühen.
Menschen tanzten auf den Straßen, es wurde gesungen und die Wege vor den Häusern mit knallbunten Mandaladingern geschmückt. Überall brannten Kerzen. Die Stimmung war entspannt und fröhlich. Ich hatte plötzlich ein Gefühl wie zu Weihnachten. <3
Leider hieß das aber auch, dass das TIMS Office für unsere Permits geschlossen war, so dass wir gar nicht los konnten. Aber versacken in Pokhara ist das leichteste der Welt und so gingen wir noch mal in ein paar Bars, aßen lecker Pizza und tranken noch mehr von den weltbesten Milchshakes! Die Fruitbowls sind auch ziemlich zu empfehlen, auch wenn in dem Laden nur Hippies abhangen und Insa und ich uns ein wenig fehl am Platz vorkamen.. :D

Aus geplanten 3 Tagen, wurde eine Woche Urlaubsfeeling am See.. Gut, dass wir Zeit haben. :D

#SilenceIKillYou
#poppypair 
#alwaysHappyHour
#MBCCrew

Wir haben nun aber endlich unsere Permits und Schlafsäcke ausgeliehen (diesmal bis zu - 20°) und das Busticket für morgen gebucht. Unsere lieben Guest House Besitzer / Eltern (:P) ermahnten uns, dass heute keine Party gemacht wird, weil wir früh aufstehen müssen und so werden wir heute endlich mal früh ins Bett kommen und Energie für die Wanderung tanken. :D
Wir werden vermutlich gelegentlich Handyempfang haben, aber falls nicht: bis in ein paar Wochen! Der Circuit muss bezwungen werden! *.*